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MI | 10.02.2010
Großglockner Gipfelkreuz (Bild: ORF Kärnten)
"Gipfelkreuz-Brief"
OeAV und Al-Rawi klagen BZÖ
Der Oesterreichische Alpenverein (OeAV) und der Wiener SPÖ-Gemeinderat Omar Al-Rawi werden das BZÖ wegen des "Gipfelkreuz-Briefes" klagen. BZÖ-Chef Peter Westenthaler will die Echtheit des Briefes vom Gericht klären lassen.
"Um rehabilitiert zu werden"
Nachdem das BZÖ trotz seiner Aufforderung die Behauptung, sein Brief an Al-Rawi sei echt, nicht widerrufen habe, werde er nun die Gerichte bemühen, um rehabilitiert zu werden, sagte OeAV-Vizepräsident Andreas Ermacora am Samstag.

Al-Rawi will ebenfalls klagen, und zwar auf Unterlassung und wegen Kreditschädigung. Die Klage werde am Montag eingereicht, sagte er in der ZiB2 am Freitag. Der Integrationsbeauftragte der Islamischen Glaubensgemeinschaft sprach von einer "grotesken Sache".
"Egal, ob Spaß oder Ernst"
Er sei immer bereit, einzuschreiten, wenn Österreichs kulturelle Identität bedroht werde. "Da ist es mir herzlich egal, ob das im Spaß oder Ernst passiert", sagte BZÖ-Chef Peter Westenthaler am Samstag.

Westenthaler verteidigte seine Vorgehensweise, mit dem Brief an die Öffentlichkeit zu gehen, ohne beim Alpenverein die Richtigkeit zu überprüfen. "Wir haben recherchiert", sagte Westenthaler, wo sagte er allerdings nicht. Es habe sich aber um eine verlässliche Quelle gehandelt.
Fingierter Brief
Westenthaler hatte in der ORF-TV-Konfrontation mit SPÖ-Obmann Alfred Gusenbauer am Donnerstag aus einem – wie sich nun herausstellte offenbar fingierten - Brief des Österreichischen Alpenvereins an Al-Rawi zitiert, in dem es darum ging, Halbmonde statt Gipfelkreuzen auf den österreichischen Berggipfeln aufzustellen.
Künstlergruppe bekennt sich zu Brief
Zu dem Brief bekannte sich mittlerweile eine Künstlergruppe namens "Haben wir denn keine anderen Sorgen". Das Magazin "Datum", auf dessen Website ein Kommuniqué der Gruppe veröffentlicht wurde, bestätigte die Identität eines Mannes, der sich auch gegenüber der APA als Mitverfasser des Briefes ausgab.

Man habe ausloten wollen, "wie weit populistische Politiker gehen". Der Brief sei Anfang Juni abgeschickt worden. Neben Westenthaler ging er auch an FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und "Kronen-Zeitung"-Herausgeber Hans Dichand.
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