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SA | 21.11.2009
Polizei (Bild: APA)
Grausiger Fund
Kieferchirurg lagerte Köpfe in Keller
Ein Kieferchirurg hat insgesamt acht Köpfe in seinem Kellerabteil im Kaisermühlner Goethehof in Wien-Donaustadt gelagert. Wie sich nun herausgestellt hat, arbeitet er an einem Forschungsprojekt.
Aus dem Keller im Kaisermühlner Goethehof roch es schon streng.
Doch kein Mordalarm
Was zunächst wie ein grausiges Verbrechen aussah, entpuppte sich schließlich als "spektakuläre Geschichte ohne kriminalpolizeiliche Relevanz", so Horst Zeilinger von der Polizei.

Acht menschliche Köpfe und zwölf weitere Gesichtsschädelteile waren am Donnerstagabend in einem Kellerabteil im Goethehof entdeckt worden.

Laut Polizei diente das Kellerabteil als Depot eines Zahnarztes und Kieferchirurgen, der seit zehn Jahren in einem Expertenteam an der Erforschung des menschlichen Schädels gearbeitet hatte. Er wollte die Präparate dafür verwenden, so ein Ermittler.
Kopf einer Frau beim Eingang
So kam es zu der Entdeckung: Donnerstagabend, gegen 18.30 Uhr ging die Hausmeisterin in den Keller. Gleich beim Eingang lag der Kopf einer Frau in einem Plastiksack. Aus dem Keller drang Gestank.

Die Hausmeisterin öffnete die Tür und sah weitere Leichenteile im Gang vor den Abteilen liegen. Dann verständigte sie die Polizei, hieß es.
Einbrecher stießen Truhe um
Bild: APAEinbrecher hatten am Donnerstag in dem Keller mehrere Abteile aufgebrochen. Als sie auch den Raum des Arztes heimsuchten, stießen sie die Truhe um. Die Köpfe und die anderen Teile fielen in den Kellergang, die Kriminellen flüchteten vermutlich ohne Beute.
Bild: APA Rechtmäßiger Besitz der Präparate
Laut Polizei ist der Zahnarzt ein "seriöser und renommierter" Mediziner. Die Leichenteile stammen von Personen, die ihre Leichname der Forschung zur Verfügung gestellt hatten, sagte der Ermittler.

Der Kieferchirurg, der in der Nähe des Fundorts eine Ordination betreibe, sei rechtmäßig in den Besitz der Präparate gelangt. Damit sei der Tatbestand "Störung der Totenruhe" nicht erfüllt, "dafür hätte er die Leichenteile ausbuddeln müssen", so der Ermittler. Dem Mediziner sei nichts vorzuwerfen.
In Folien eingeschweißt
Die Köpfe und Gesichtsteile dürften seit zwei bis drei Monaten in dem Kellerabteil der Ehefrau des Mediziners gelegen sein. Sie waren professionell verwahrt in eine Lösung eingelegt und in Folien eingeschweißt, sagte Zeilinger. Für eine Beschlagnahmung der Präparate sah er keine Veranlassung.
Ermittlungen wegen Einbruchs
Weiter ermittlen werde die Polizei lediglich in punkto Einbrüche in einigen Kellerabteilen im Goethehof, sagte der Kriminalist.

Die Einsatzkräfte haben Spuren gesichert und würden nun überprüfen, ob die Eindringlinge am Donnerstagabend überhaupt etwas mitgenommen haben.
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