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Heute oft trüb, am ehesten Sonne im äußersten Westen |
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Liedermacher |
22.06.2007 |
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Georg Danzer ist tot
Der von seinen Freunden und Fans liebevoll "Schurli" genannte Georg Danzer ist tot. Er ist am Donnerstag 60-jährig nach langer Krankheit gestorben. Mit Georg Danzer ist ein ganz Großer des Austropops gegangen.
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Ein ganz Großer des Austropops
Mehr als 40 veröffentlichte Alben haben den österreichischen Liedermacher zu einer fixen, viel geachteten Größe der heimischen Musikszene gemacht. 1946 als Sohn eines Beamten und einer Angestellten in Wien geboren, wollte Georg Franz Danzer eigentlich an der Akademie für Darstellende Kunst studieren.
Mit 18 Jahren fing er an, Lieder zu schreiben. Seine erste Single "Vera" erschien 1968. Erfolge feierte Danzer jedoch zuerst als Songschreiber für Wolfgang Ambros, Marianne Mendt oder Erika Pluhar.
Sein allererstes Konzert hat Danzer dann im Forum Stadtpark in Graz gespielt: "Das war '73 oder '74. Ich war damals extrem nervös, ich hatte richtiges Fieber vor lauter Aufregung. Ich bin dann sehr hölzern vor einem liebenswürdigen Publikum gestanden...".
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"Jö schau": 20 Wochen in den Charts
Die Single und die gleichnamige LP "Tschik" sorgten für Aufmerksamkeit, und nach den weiteren LPs "Honigmond" und "Der Tätowierer und die Mondprinzessin" veröffentlichte Danzer einen Song, der bis heute nachwirkt: Die Hawelka-Hymne "Jö schau".
Wer bei diesen zwei Worten nicht an einen nackten Besucher im Hawelka denkt, ist entweder sehr jung oder absoluter Verweigerer österreichischer Popmusik.
"Jö schau" erschien 1975, hielt sich 20 Wochen in den Charts und wurde im Jahr darauf vergoldet. Dieses Lied hat nach eigenen Aussagen sein Leben verändert. "Innerhalb von zwei Wochen kannte ganz Österreich den Danzer Schurl", sagte Georg Danzer.
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Weg nach Deutschland
Jahre in Deutschland folgten: Dort formierte sich die Danzer-Band und es entstand der legendäre "Wixerblues" und das zur Hymne gewordene "Morgenrot".
1980 nahm auch Österreich wieder Notiz vom "neuen" Danzer, der sich zunehmend als Songschreiber profilierte. Ausverkaufte Live-Tourneen, gut ankommende Plattenveröffentlichungen ("Ruhe vor dem Sturm"), private Veränderungen (Scheidung von seiner ersten Frau Dagmar) und finanzielle Troubles nach dem Untertauchen seines Managers bestimmten die folgenden Jahre.
Nachdem sich die Plattenfirma weigerte, den Vertrag zu verlängern, zog Danzer nach Hamburg und begann zwischen der Hansestadt, Spanien und Wien zu pendeln. Dort widmete er sich Übersetzungen aus dem Spanischen.
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Debüt für "Austria 3"
Zu Beginn der 90er Jahre war Danzer öfters "Wieder in Wien", wie auch die damals erscheinende LP und Tour heißt, bevor er 1994 wieder ganz hierher übersiedelte.
Theaterauftritte, Buchveröffentlichungen und einen Ausflug ins englischsprachige Liedgut gibt es rund um den 50er im Jahre 1996.
Im Jahr darauf stand Danzer erstmals mit Rainhard Fendrich und Wolfgang Ambros als "Austria 3" auf der Bühne. Der Beginn einer Erfolgsstory, im Laufe derer die Gruppe zum erfolgreichsten Österreichischen Trio aufsteigt und die im Jahr 2006 mit Auflösung der Austropop-Soupergroup endet.
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 Großer Erfolg mit "Austria 3"
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Im Herbst 2006 erfuhr Danzer von seiner schweren Erkrankung. |
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Vom Autor zum SOS-Mitmensch-Aktivisten
Danzer schrieb in Folge Drehbücher, versuchte sich als Schauspieler, engagierte sich als Obmann für "SOS Mitmensch", veröffentlichte Longplayer wie "13 schmutzige Lieder", "Persönlich" oder das in den USA aufgenommene "Von Scheibbs bis Nebraska". Und zuletzt, sieht man von der "Raritäten II" ab, wurde im Herbst 2006 das Album "Träumer" veröffentlicht.
Die Veröffentlichung dieses Longplayers erhielt allerdings einen bitteren Beigeschmack: Denn Danzer gab bekannt, dass bei ihm ein Lungenkarzinom diagnostiziert wurde. Bei den Aufnahmen zu "Träumer" im Juni fühlte er sich matt, "ich habe mir gedacht: Georg, du wirst alt. Damit musst du dich abfinden. Dass in mir eine Krankheit schlummerte, war mir nicht bewusst."
Am 16. April 2007 gab Georg Danzer eines seiner ersten Konzerte nach der begonnenen Lungenkrebs-Therapie. Zu diesem berührenden Konzert in der Stadthalle kamen zahlreiche Freunde und Weggefährten Danzers und "Austria 3" spielte wieder auf.
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"Beste aus bissel Talent gemacht"
Auf die Frage, ob er mit dem Resultat seines (Musiker-)Lebens zufrieden ist, wartete der Erzähler, Poet und Weltenbummler mit einer Antwort auf, die seine Wesensart auf den Punkt bringt: "Ich finde, dass ich die Aufgabe, die man mir gestellt hat, gut erledigt habe. Unter dem Strich habe ich das Beste aus dem bissel Talent und den Anlagen, die ich mitbrachte, gemacht."
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wien.ORF.at
Es zerreisse ihn. Nicht nur Rainhard Fendrich ist tief betroffen über den Tod von Georg Danzer. Musiker, Politiker, Freunde und Fans sind bestürzt.
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wien.ORF.at
wien.ORF.at gibt die Möglichkeit, in einem Online-Kondolenzbuch Abschied von dem Sänger zu nehmen.
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Zu diesem tragischen Ereignis kann nicht gepostet werden.
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