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MI | 10.02.2010
Verdächtiger gefasst (Bild: ORF)
Schuss auf Buben
Verdächtiger: "Weil ich an Pascher hab'"
Der mutmaßliche Schütze, der am Montag einen achtjährigen Buben angeschossen hatte, ist festnommen worden. Der 26-jährige Mieter soll auch auf weitere Kinder geschossen haben. Zum Motiv sagte er nur: "Weil ich an Pascher hab'".
Der gefasste 26-jährige Österreicher soll bereits ein Geständnis abgelegt haben.
Noch zwei Kinder angeschossen
In den vergangenen Wochen soll der Verdächtige bereits drei Menschen durch Schüsse aus einem Luftdruckgewehr verletzt haben: neben einem Freund auch ein acht Jahre altes Mädchen und einen zwölfjährigen Buben, so die Polizei.

Das Mädchen erlitt einen Streifschuss an einer Schläfe, der Bub eine Handverletzung. Seinem Freund soll der 26-Jährige im Rahmen eines Streits darüber, wer Bier holen soll, in den Rücken geschossen haben.

Hinweise dieses Mannes haben zur Ausforschung des mutmaßlichen Schützen geführt. Der Verdächtige ist wegen Drogen- und Eigentumsdelikten amtsbekannt.
Freude, als er das Mädchen im Gesicht traf
Als die Beamten den 26-Jährigen befragten, gab er die Tat zu und gestand auch die weiteren Schüsse, die in den vergangenen Wochen in dem Gemeindebau für Aufregung gesorgt hatten.

"Weil ich an Pascher hab'", sagte der Verdächtige auf die Frage der Beamten nach seinem Motiv. Er habe aber gesagt, dass er sich gefreut habe, als er das achtjährige Mädchen im Gesicht getroffen habe und es weinend weggelaufen sei, so Gerhard Haimeder von der Kriminaldirektion 1.

Das Luftdruckgewehr mit Zielfernrohr fanden die Ermittler im Keller des Verdächtigen. Die Munition hatte er nach der Tat entsorgt. Der 26-Jährige wird nun zu weiteren Straftaten überprüft, sagte Haimeder. Laut Polizei hat der 26-Jährige schwere Drogenprobleme und ist in einem schlechten gesundheitlichen Zustand.
Schauplatz des Schusses: Gemeindebau in Wien Favoriten (Bild: APA)
Gemeindebau in Favoriten, Schauplatz des Schusses (Bild: APA)
Gemeindebau in Wien-Favoriten, Schauplatz des Schusses auf den achtjährigen Buben.
Polizei (Bild: APA) Eltern verzichteten auf Anzeigen
Zusätzlich brisant wurde der Fall, weil es schon mehrere ähnliche Vorkommnisse in dem Bau gab. Die Eltern der zwei anderen angeschossenen Kinder verzichteten aber auf eine Anzeige. "Das ist eigentlich nichts Außergewöhnliches", hatten sie den Kriminalisten bei den Ermittlungen erzählt, wie Landespolizeikommandant Karl Mahrer sagte.

"Das ist für mich das Besondere, dass ein Elternteil zur Tagesordnung übergeht, wenn das Kind durch Schüsse verletzt wird", meinte Haimeder.

Immer wieder lagen Luftdruckgeschoße im Hof herum. "Es ist für uns erschütternd, dass sich die Bewohner offenbar daran gewöhnt haben, dass hier immer wieder Gewalt ausgeübt worden ist", so Mahrer.
Polizei (Bild: APA) Seit dem Abend wurde fieberhaft gefahndet
Ermittler begannen mit den Erhebungen in dem Gemeindebau mit elf Stiegen. "Das war schwere Arbeit", sagte Haimeder. Unter anderem versuchten die Beamten, die Schussrichtung festzustellen, um den Täterkreis einzuengen.

Es wurden mehrere Wohnungen durchsucht, eine von der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) aufgebrochen. Darin fand sich zwar nicht die Tatwaffe, aber ein Teleskop-Stahlrohr, das ebenfalls zu weiteren Ermittlungen führen wird.
Der angeschossene Bub im Spital
Hubschrauber brachte das Kind ins Spital.
Bub in zwei Tagen wieder zu Hause
Am Montag um 19.00 Uhr hatte der Täter den Buben angeschossen. Der Bub hatte auf einem Kinderspielplatz im Hof des Gemeindebaus in der Quellenstraße 24a mit anderen Kindern gespielt. Anschließend wurde der Achtjährige sofort mit einem Hubschrauber ins SMZ Ost gebracht. Zu diesem Zeitpunkt war er auch ansprechbar.

Dass er wohlauf sei, wurde inzwischen aus dem Spital bestätigt. Laut Univ.-Prof. Walter Hruby vom SMZ Ost hat das Geschoß nur die Weichteile in der linken Brust getroffen und ist nicht tiefer in das Gewebe eingedrungen. Es gab keine weiteren Verletzungen. "In zwei Tagen darf er vermutlich wieder nach Hause."
Das Schlimmste befürchtet
Nachdem zunächst das Schlimmste befürchtet worden war, gaben die Mediziner nach einer näheren Untersuchung Entwarnung. Das Projektil hatte sich "nur" etwa drei Zentimeter in die Brust des Achtjährigen gebohrt, er wurde leicht verletzt, sagte Haimeder.
Gezielter Schuss?
"Es ist unklar, ob der Schütze gezielt auf den Buben geschossen hat oder einfach aus dem Fenster gefeuert hat. Das ist letztlich auch unerheblich", so der Ermittler. Es gehöre schon etwas dazu, auf Kinder zu schießen.
Polizei fahndet nach dem Schützen (Bild: APA)
Zu diesem tragischen Ereignis kann nicht gepostet werden.
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