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Heute trüb und kalt, etwas Schneefall |
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Film |
11.11.2007 |
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Lynch will "Zustand der Welt" ändern
Filmemacher David Lynch macht derzeit Station in Wien und wirbt für sein Erziehungs- und Friedensprogramm. "Meine Filme spiegeln den Zustand unserer Welt wider", erzählte der 61-Jährige. Diesen wolle er ändern.
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Lynch: "Wut, Hass und Ignoranz besser auf der Leinwand als ich Leben." |
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Leiden besser auf der Leinwand
Lynch gilt als Spezialist für das Abseitige und Abgründige, seine Filme sind meist düster und verwirrend. Dass seine Filme nicht gerade vor Glück sprühen, ist Lynch bewusst. "Aber der Künstler muss nicht leiden, um das Leiden zu zeigen. Ich erzähle einfach eine Geschichte."
Die Welt sei voller "Wut und Hass und Ignoranz - und ist es nicht besser, das Leiden auf der Leinwand oder in einem Buch zu haben als im echten Leben."
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Lynch präsentierte sein Erziehungs- und Friedensprogramm. |
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Im Einsatz für den Weltfrieden
Vor zwei Jahren gründete Lynch seine "Stiftung für Bildung auf der Basis des Bewusstseins und des Weltfriedens". Sie förderte bisher für fast fünf Millionen Dollar (3,68 Mio. Euro) Meditationsprogramme an Schulen - Lynchs Ziel ist es, weltweit mit Hilfe seiner Stiftung eine Million Schüler zu erreichen.
"Es hieß immer, das wahre Glück findet man nicht irgendwo, sondern nur in sich selbst", erzählte der Hollywood-Star von seiner Initiation. "Aber niemand hat dir gesagt, wo genau und wie man dorthin kommt. Also dachte ich, dass Meditation ja dieser Weg sein könnte."
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Überzeugt von Meditation
Der Filmemacher meditiert selbst seit mehr als 30 Jahren nach der Methode des indischen Gurus Mahesh Yogi, der sogenannten Transzendentalen Meditation (TM). Seine Schwester habe ihn darauf gebracht, so Lynch.
Für ihn sei die Meditation ein Feld von "unendlicher Energie, unendlicher Kreativität", das "Ideen fließen" lasse und ein "friedliches Arbeiten" ermögliche, so Lynch enthusiastisch. Dieser Enthusiasmus kennt scheinbar auch keine Grenzen: "Für Österreich braucht es nur 300 Leute, die gemeinsam meditieren", ist der Regisseur von einer positiv "ausstrahlenden" Wirkung der TM überzeugt, die langfristig auch den Weltfrieden ermöglichen könne.
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Gespräche in Israel und Frankreich gingen dem Besuch in Wien voran. |
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"Invincible Austria College"
Am Montag trifft Lynch auch mit Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) zusammen, um ihm von TM zu berichten. Ziel sei es, eine private Friedensuniversität - ein "Invincible Austria College" - zu initiieren. Das Projekt bewirbt der Künstler derzeit in ganz Europa in Begleitung des Quantenphysikers John Hagelin und des Präsidenten der Maharishi University of Management in den USA, Bevan Morris.
Lynch war vor seinem Besuch in Wien mit Israels Präsidenten Shimon Peres in Jerusalem und mit Frankreichs Präsidenten Nicolas Sarkozy in Paris zusammengetroffen.
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Mehrmals ausgezeichnet
Lynch, verantwortlich für Filme wie "Twin Peaks", "Blue Velvet" und "Mulholland Drive", gewann in Cannes zweimal die Goldene Palme und wurde im vergangenen Jahr in Venedig mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Fragt man Lynch nach seinen Lieblingsfilmen, fallen ihm einige ein. "Sunset Boulevard" von Billy Wilder gehöre definitiv dazu. Was seine eigenen Filme betrifft, fällt ihm das schon schwerer.
"Ich habe eigentlich nur einen Film, den ich am wenigsten mag - 'Dune'." Bei diesem Film, seinem dritten Spielfilm aus dem Jahr 1984, "konnte ich nicht machen, was ich gern gemacht hätte, weil ich den Endschnitt nicht hatte", erklärte Lynch.
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Mehr als 1.000 Personen kamen zum Publikumsgespräch. |
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Übervolles Gartenbaukino
Weit mehr als 1.000 Menschen wollten sich unterdessen die Fragestunde mit dem großen US-Regisseur nicht entgehen lassen, der rund 750 Personen fassende Kinosaal platzte aus allen Nähten. Die Ansichten des 61-jährigen Stars über das Konzept der Transzendentalen Meditation, seine Filme und seine Geheimnisse wurden gleichzeitig ins dicht gefüllte Foyer des Kinos übertragen.
Er wolle keine Interpretationen für seine Filme anbieten, meinte Lynch auf die wohl am häufigsten gestellte Frage. Jeder solle sich selbst seine Gedanken machen, "Intuition, die Mischung aus Emotion und Intellekt" sei der Schlüssel zur Interpretation.
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