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MI | 10.02.2010
Kardinal Christoph Schönborn (Bild: APA/Roland Schlager)
Islam-Attacke
Busek kritisiert Kardinal Schönborn heftig
Ex-ÖVP-Vizekanzler Erhard Busek kritisiert Kardinal Christoph Schönborn, der sich zur FPÖ-Islam-Attacke nicht geäußert hat. Man habe das Gefühl, es müsse ihm jemand "geistigerweise eine herunterhauen", bis er aufwache, so Busek.
Scharfe Kritik am Wiener Erzbischof
Müsste sich gegen "Hasstiraden" stellen
Der wichtigste Kirchenvertreter Österreichs - der sich bisher nicht geäußert hat - müsse sich in aller Entschiedenheit gegen die "Hasskampagnen" in seinem Lande stellen, sagte Busek in der "Süddeutschen Zeitung" .

In der "ZiB2" erklärte der EU-Koordinator für den Südosteuropa-Stabilitätspakt seine Forderung damit, dass alle in der Zivilgesellschaft, die "Orientierungsfunktion" haben, auch Orientierung geben sollten.
Aus der Erzdiözese Wien hieß es, es müssten sich nicht nur Spitzenrepräsentanten melden.
"Nicht der Stil, den wir von Erhard Busek gewohnt sind", sagte Spindelegger.
ÖVP distanziert sich von Buseks Kritik
Die ungewöhnlich scharfe Kritik von Busek wies der Zweite Nationalratspräsident Michael Spindelegger (ÖVP) am Donnerstag zurück. Spindelegger erklärte, es sollte vermieden werden, die von der Grazer FPÖ-Spitzenkandidatin Susanne Winter gewählte Diktion fortzusetzen.

"Das ist nicht der Stil, den wir von Erhard Busek gewohnt sind", so Spindelegger. Die Wortmeldung des ehemaligen Vizekanzlers und ÖVP-Obmanns sei jedenfalls "keine sehr glückliche Aktion".
Spindelegger: Muss es der Kirche überlassen
Spindelegger betonte, "man muss es der Kirche überlassen, wie und wann sie auf Ereignisse reagiert". Vertreter der katholischen Kirche hätten sich klar zu Wort gemeldet und daher sei "ganz klar, dass die Kirche diese Diktion und diese Form des Angriffs auf eine Religion entschieden ablehnt".

Spindelegger räumte jedoch ein, dass auch er es begrüßen würde, wenn sich Kardinal Schönborn zur aktuellen Diskussion zu Wort melden würde.
Schönborn hält am Freitag eine Rede
Am Freitagnachmittag wird Kardinal Schönborn beim Empfang des Ökumenischen Rates der Kirchen im Erzbischöflichen Palais eine Rede halten. Sein Pressesprecher, Erich Leitenberger, erklärte, der Kardinal werde gewiss nicht zu Winters Aussagen direkt Stellung nehmen.

Der Kardinal nutze die Rede beim jährlichen Empfang des Ökumenischen Rates üblicher Weise jedoch für eine "Tour d'Horizon" über die Entwicklungen in Gesellschaft, Kirchen und Religionen.
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