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SA | 21.11.2009
Serben-Demo (Bild: APA/Herbert P. Oczeret)
Innenstadt
Festnahmen nach eskalierter Serben-Demo
Tausende Serben haben am Sonntag gegen die Unabhängigkeit des Kosovo demonstriert. Im Laufe des Abends kam es zu Ausschreitungen. Nach Schlägereien und Sachbeschädigungen wurden sechs Personen festgenommen.
Serben demonstrieren gegen Kosovo-Unabhängigkeit (Bild: APA/Herbert P. Oczeret)
Zwei Polizisten mussten verarztet werden.
Situation auf Mariahilfer Straße eskalierte
Tausende Serben hatten am Sonntag auf dem Heldenplatz gegen die Unabhängigkeit des Kosovo protestiert. Nach dem offiziellen Ende der Kundgebung kam es auf der Ottakringer Straße und in Westbahnhof-Nähe zu Ausschreitungen, Festnahmen und Verletzungen. Die Veranstalter distanzierten sich von den Vorfällen.

Die Situation in der Mariahilfer Straße eskalierte, nachdem einige - offenbar kosovarische - Burschen aus einigen Lokalen gekommen waren und "Kosova, Kosova" skandiert hatten. Es kam zu Schlägereien, auch wurde eine albanische Fahne verbrannt. Im Verlauf der gesamten Demo gab es sowohl unter den Demonstranten als auch der Exekutive Verletzte. Mindestens zwei Polizisten mussten verarztet werden.

Spezialeinheiten gelang es schließlich, rund 100 verbliebene gewaltbereite Demonstranten in vier Gruppen zu spalten und Identitäten festzustellen. Insgesamt wurden sechs Personen festgenommen und an die 20 Personen angezeigt.
Ausschreitungen bei Serben-Demo (Bild: Herbert P. Oczeret)
Polizei schreitet gegen Serben-Demonstranten ein (Bild: APA/Herbert P. Oczeret)
Auf der Ottakringer Straße wurde randaliert, Demonstranten warfen Steine gegen Lokale.
Ausschreitungen auch auf Ottakringer Straße
Zuvor hatten mehrere tausend Serben - die Angaben von Polizei und Veranstaltern schwankten zwischen 5.000 und 10.000 - vorwiegend friedlich auf dem Heldenplatz demonstriert.

Dann ging eine kleinere Gruppe in Richtung Boltzmanngasse zur US-Botschaft, die von der Polizei jedoch abgeriegelt wurde. In der Folge gab es in Wien-Ottakring Randalen, wobei auch die Fensterscheiben eines Espressos zu Bruch gingen.

In der Ottakringer Straße befinden sich mehrere Lokale, die vorwiegend von Serben, Kroaten oder Kosovo-Albanern frequentiert werden. Offenbar wollten einige Demonstranten auch zur albanischen Botschaft in der Prinz-Eugen-Straße weiterziehen.
Initiatoren distanzierten sich
Die Initiatoren der Demo distanzierten sich am Abend von den gewaltsamen Vorfälle "auf das Schärfste", wie Darko Miloradovic von der Serbischen Gemeinschaft betonte. Es seien kleinere Gruppen von Jugendlichen gewesen, die eine an sich friedliche Veranstaltung für "Recht und Gerechtigkeit" eskalieren hätten lassen.
Serben-Demo (Bild: APA/Herbert P. Oczeret)
Serben protestieren gegen Kosovo-Unabhängigkeit (Bild: APA/Herbert P. Oczeret)
Die Unabhängigkeit des Kosovo sorgt auch in Wien für Zündstoff.
Mehrere tausend auf dem Heldenplatz
Viele Teilnehmer waren aus anderen Bundesländern, etwa aus Salzburg und der Steiermark, angereist. Mit Dutzenden Transparenten und Parolen wie "Wir geben Kosovo nicht her" und "Kosovo ist das Herz Serbiens" demonstrierten die Serben.

Vorgelesen wurden schriftliche Stellungnahmen gegen die Unabhängigkeit des Kosovo von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Autor Peter Handke. In Sprechchören riefen die Demonstranten auch immer wieder "Rusija" (Russland).

Gellende Pfiffe gab es für die USA und jene EU-Staaten, die das Kosovo anerkannt haben oder - wie Österreich - demnächst anerkennen wollen. Eine US-Flagge wurde verbrannt.
Serben demonstrieren gegen Kosovo-Unabhängigkeit am Heldenplatz (Bild: APA/Herbert P. Oczeret)
Am Samstag war ein Zusammenstoß gerade noch verhindert worden.
Hassparolen zwischen Serben und Albanern
Erst am Samstagabend hatte die Polizei auf dem Stephansplatz einen Zusammenstoß zwischen serbischen und kosovo-albanischen Demonstranten noch verhindert. Rund 50 Teilnehmer demonstrierten jeweils auf den unterschiedlichen Seiten.

Laut Augenzeugen riefen die vorwiegend jungen Teilnehmer Hassparolen und stimmten nationalistische Sprechchöre an. "Die Polizei hat vorhersehbare Konflikte verhindert", hieß es aus Polizeikreisen. Die Demonstranten hätten sich schließlich beruhigt und seien abgezogen.
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