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MI | 10.02.2010
Honsik (Bild: APA/Schlager)
JUSTIZ
Causa Honsik: Eine Chronologie
Seit Jahren wird Gerd Honsik vorgeworfen, nationalsozialistisches Gedankengut verbreitet zu haben. Vor 17 Jahren wurde er erstmals zu einer Haftstrafe verurteilt, damals floh er nach Spanien. Eine Chronologie.
Honsik erklärte, "Mitleid mit Hitler" zu haben.
Erste Verurteilung 1992
Im Mai 1992 wurde Honsik, per Eigendefinition seit seinem 17. Lebensjahr für "die deutsche Sache" tätig, von einem Geschworenengericht wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung zu eineinhalb Jahren unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt. Die Geschworenen hatten Honsik in sämtlichen Anklagepunkten einstimmig für schuldig befunden.

Im Prozess hatte er unter anderem erklärt, "Mitleid mit Hitler" zu haben. Die Geschworenen bat er in seinem Schlusssatz: "Landsleute, bitte helft's mir!"
August 2007: Festnahme in Malaga
Der Verurteilte setzte sich allerdings während des Rechtsmittelverfahrens nach Spanien ab. Im August 2007 hatte die jahrelange Flucht des in Österreich nach dem Verbotsgesetz zu eineinhalb Jahren verurteilten Neonazis Honsik ein Ende. Mit Hilfe des Europäischen Haftbefehls wurde er im spanischen Malaga festgenommen.

Trotz Exils war der am 10. Oktober 1941 in Wien geborene Honsik hierzulande präsent. Er verbreitete einschlägige Balladen und Gedichte. Auf seiner Homepage fanden sich Texte mit Titeln wie "Endkampf um Mittelerde" und "Ballade von Mutter Engelke und dem kleinen, frechen Juden Karli Reis".
Schon in 80er Jahren Holocaust geleugnet
Vor dem Prozess 1992 war Honsik laut DÖW unter anderem für die nicht anerkannte Partei Volksbewegung, für die von Norbert Burger gegründete und verbotene rechtsextreme Nationaldemokratischen Partei (NDP) sowie für die Nationale Front tätig. Er wurde außerdem wegen diverser einschlägiger Delikte schon mehrmals verurteilt.

Honsik hatte in seiner rechtsextremen Zeitschrift "Halt", die 1980 zum ersten Mal erschien, sowie anderen Schriftwerken wiederholt den Holocaust geleugnet, von der "Absurdität der Gaskammerlüge" und Ähnlichem gesprochen.
Website angeblich aus Haft
Kurz vor seiner Auslieferung hatte er auf eine parlamentarische Anfrage der SPÖ-Abgeordneten Bettina Stadlbauer reagiert, in der diese die Auslieferung Honsiks durch die spanischen Behörden gefordert hatte.

Spanien hatte in der Vergangenheit zweimal Honsiks Auslieferung abgelehnt. Einen Asylantrag lehnten die spanischen Behörden aber ebenfalls ab.

Trotz Haft hatte Honsik sogar seit Dezember 2008 eine Homepage, die über einen US-Server lief. Von Behördenseite wurde damals betont, dass Honsik keine Möglichkeit habe, die Homepage selbst zu gestalten.
Juni 2008: Strache distanzierte sich
Im Gespräch war Honsik zuletzt auch im Zuge der Fotoaffäre um FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Dieser betonte immer, niemals Mitglied einer "Honsik-Gruppe" gewesen zu sein.

Honsiks selbst rückte sich aber in die Nähe der FPÖ, für die er 2006 eine Wahlempfehlung abgab, weil dies die einzige Partei sei, "in der sich führende Persönlichkeiten noch zum Deutschen Volk bekennen".
April 2009: Honsik wieder vor Gericht
Am 20. April war es dann so weit: Nach langen Verzögerungen begann der Prozess gegen Honsik. In seinem Schlusswort sprach er von "harmlosen Wahrheiten". Der Prozess sei ein "Anschlag auf die Redefreiheit und die Meinungsfreiheit".
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