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KULTUR |
01.07.2009 |
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Schröder: "Gottesbeweis" in der Albertina
Wie knapp die Albertina durch den Wassereintritt im Depot an einer Katastrophe vorbeigeschrammt ist, hat am Mittwoch Direktor Klaus Albrecht Schröder klargemacht. Er sprach von einem "modernen Gottesbeweis".
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Ein Wassereintritt schien beim bau ausgeschlossen. |
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Blechdächer verhinderten Katastrophe
Einfache Blechdächer haben verhindert, dass die wertvollen Kunstwerke der Sammlung vom Wasser beschädigt worden sind. Der Leiter des Facility-Managements, Helmut Myslik, hatte die Dächer auf eigene Initiative beim Bau des Depots anbringen lassen. Idee dahinter war, eventuellen Staub abzufangen.
Nun deckten sie aber die Tablare ab, in denen die Kunstwerke liegen. So sei die nach dem Wassereintritt sonst unvermeidlich gewesene Katastrophe verhindert worden, sagte Schröder am Mittwoch.
Bei Bau des Depots sei die Möglichkeit eines Wassereintrittes nicht absehbar gewesen, so Schröder: "Niemand, und ich ganz sicher nicht, in dieser Albertina hätte nur ein einziges Kunstwerk in dieses Zentraldepot eingelagert, wenn wir eine Vorstellung davon gehabt hätten, dass es reinregnen kann."
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Bergungsteams als Helden
Neuerlich versichert Schröder, dass bis heute "kein einziges Kunstwerk beschädigt" sei. Derzeit seien 50 Prozent der Sammlung aus dem Depot in Sicherheit gebracht.
Schröder präsentierte die Leiter jener Teams, die weiterhin unter Hochdruck das Depot evakuieren. "Unsere Zeit ist süchtig nach Helden. Hollywood sagt uns, wie sie aussehen. Ich weiß es besser: Sie sehen so aus wie diese Damen und Herren und ihre Teams", sagte Schröder.
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"Feldhase" nicht betroffen
Von dem Wassereintritt waren rund 120.000 Kunstwerke betroffen, darunter 7.500 Fotos, 500 Klebebände mit je 200 Druckgrafiken und rund 12.500 Zeichnungen.
Weltberühmte tücke wie Dürers "Feldhase" und "Die betenden Hände" waren nicht in den betroffenen Sektionen gelagert.
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Luftfeuchtigkeit unter kritischem Wert. |
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Werke müssen aufgelegt bleiben
Als zentrales Problem kristallisiert sich nun die von Aufbewahrungskassetten aufgenommene Feuchtigkeit heraus. Laut Elisabeth Thobois, der Leiterin der Restaurierungsabteilungen, könne es zu Verwellungen und Schimmelbildung kommen. Derzeit ließe sich aber nicht sagen, ob die Feuchtigkeit Sporen von Mikroorganismen auf den Kunstwerken aktiviert habe.
In jenen Räumen, in denen die Kunstwerke zur Trocknung aufgelegt sind, habe die Luftfeuchtigkeit einen "nicht mehr kritischen Wert" erreicht. Die Werke müssten aber "über Wochen und Monate weiterhin größtmöglich" aufgelegt bleiben.
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Bauherr war die Burghauptmannschaft. |
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Keine Aussagen zu Schuldfrage
An Rücktritt hat Schröder nach eigenen Angaben niemals gedacht. Für den Wassereintritt sei er nicht verantwortlich. Die Albertina sei weder Planer noch Auftraggeber des Depots gewesen. Schröder: "Den Nutzer, der ein Haus schlüsselfertig übernimmt, trifft keine Verantwortung, wenn es brennt oder sonst ein Schaden eintritt."
Burghauptmann Wolfgang Beer hielt sich als Bauherr bedeckt. Bisher könne über die Schuldfrage gar nichts gesagt werden, hieß es dazu wiederholt.
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Depot bleibt länger unbenützbar. |
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Suche nach Ursache geht weiter
Inzwischen geht die Suche nach der Ursache des Schadens weiter: Derzeit wird jede Schicht der Depotdecke abgetragen. Da man sich bei der Errichtung des Parkdecks an der Ö-Norm für wärmegedämmte Parkdecks orientiert hat, wurde eine Bitumenschicht statt Foamglas verwendet.
Das verhindert, dass man die Eintrittsstellen des Wassers lokalisieren kann. Die Instandsetzung des Depots wird deshalb länger dauern als ursprünglich angenommen.
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wien.ORF.at; 1.7.09
Wasserschäden gab es auch schon in den Speichern der Nationalbibliothek und des MUMOK.
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wien.ORF.at
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