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FR | 19.03.2010
Provisorischer Eingang zum Westbahnhof (Bild: ORF)
CHRONIK
Fahrgäste nachts im Westbahnhof eingesperrt
Ungewöhnlicher Zwischenfall in der Nacht auf Freitag im Westbahnhof: Nach Ankunft eines Sonderzugs waren hunderte Fahrgäste im Gebäude eingesperrt, berichtet der "Kurier". Ein ÖBB-Mitarbeiter hatte eine Anweisung nicht gelesen.
Hunderte Sonderzug-Passagiere standen mitten in der Nacht vor verschlossenen Türen.
Über Eisentor versucht, ins Freie zu klettern
Der Sonderzug vom "Frequency"-Festival in St. Pölten war kurz nach 2.30 Uhr in den derzeit im Umbau befindlichen Westbahnhof eingefahren. Doch da standen die Menschen vor verschlossenen Ausgangstüren. Schließlich sind laut "Kurier" einige über ein eineinhalb Meter hohes Eisentor ins Freie geklettert. Ein paar seien dabei zu Sturz gekommen und hätten sich leicht verletzt.

Ein Security-Mitarbeiter sei nach rund einer halben Stunde durch die Bahnhofsvorhalle "geschlendert" und habe die Ausgänge dann aufgesperrt.
Wichtige Informationen wurden übersehen.
ÖBB: "Ein menschlicher Fehler"
ÖBB-Sprecherin Gudrun Czapka bedauert den Vorfall: "Es war ein menschlicher Fehler." Der Zug sei einer von insgesamt 24 Sonderzügen, die rund um das "Frequency"-Festival verkehrten.

Laut Czapka war auch bekannt, dass er in der Nacht ankommen würde: "Es gibt täglich eine Bahnhofsverfügung, die rund 30 Seiten umfasst und mitteilt, was sich an diesem Tag alles ereignet", so die Sprecherin. Der Diensthabende habe aber leider die Information über die Ankunft überlesen.
Fahrdienstleiter saß in seinem Zimmer
An diesem Abend machte der Fahrdienstleiter seine Durchsagen und ging dann wieder an die Arbeit - nur aus dem betroffenen Zimmer hatte er keine Sicht auf die eingeschlossenen Passagiere.

Erst, als er Lärm vernahm, alarmierte der Fahrdienstleiter laut Czapka Security-Mitarbeiter, die am Gelände unterwegs waren.
Kommunikation soll verbessert werden
"Das darf nicht noch einmal passieren, wir müssen uns entschuldigen", so die ÖBB-Mitarbeiterin. Als Konsequenz will man sich in der kommenden Woche die Bahnhofsverfügung sowie die interne Kommunikation "anschauen" und überlegen, wie man sie verbessern könnte.

Normalerweise wird der Westbahnhof übrigens um 1.00 Uhr zu- und um 4.00 Uhr wieder aufgesperrt. In der Zwischenzeit werden laut Czapka zum Beispiel Reinigungs- und Wartungsdienste durchgeführt. Auch sind immer mindestens zwei Sicherheitsleute am gesamten Gelände und dem Gebäude unterwegs.
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