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MI | 10.02.2010
Bernhard Keppler (Chemie/l.) und Heinz Mayer (Rechtswissenschaften) (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
BILDUNG
Dekane: Unipolitik "völlig jämmerlich"
Unterstützung haben die Audimax-Besetzer nun von Dekanen der Universität Wien erhalten. Die Politik agiere "völlig jämmerlich", die Studenten hätten mit vielen Forderungen recht.
Dekane sehen vieles ähnlich wie die protestierenden Studenten.
Verschulung, Einschränkung, Behinderung
Die Besetzung von Hörsälen würde den Vorlesungsbetrieb empfindlich stören, sagte der Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, Heinz Mayer, am Freitag. Die Besetzer hätten aber mit vielen Forderungen recht.

So herrsche an vielen Fakultäten in unterschiedlicher Intensität die Ansicht, dass der Bologna-Prozess zu einer Verschulung, der Einschränkung der wissenschaftlichen Freiheit und zu verminderten Berufsaussichten führe.
Heinz Mayer (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer) Kritik an Faymann und Hahn
Mayer kritisierte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP): "Unsere Wissenschaftspolitik ist völlig jämmerlich." Was sollten sich Studenten denken, wenn der Kanzler an einem Abend für Zugangsbeschränkungen sei und sich am nächsten Tag nicht mehr daran erinnere?

Keine Freude hat Mayer auch mit der Bedingung von Hahn, die angekündigten 34 Mio. Euro aus der Ministerreserve ausschließlich für die Lehre zu verwenden: "Dieses Auseinanderdividieren von Forschung und Lehre kann nicht sein."
Statt Unibudget bis 2020 lieber fünfjährigen Finanzplan.
34 Mio. "Etikettenschwindel"
Unter anderem in diesem Punkt erhielt Mayer Schützenhilfe von Heinz Fassmann, dem Dekan der Fakultät für Geowissenschaften, Geografie und Astronomie: "Wir sprechen am Sonntag über Forschung und Lehre als Treibstoff einer rohstoffarmen Gesellschaft, und am Montag haben wir es schon vergessen."

Fassmann forderte einen verbindlichen fünfjährigen Finanzplan statt einer Erhöhung des Unibudgets bis 2020. Man müsse den Studenten ein Signal geben, dass ihre Anliegen ernst genommen würden.

Dazu zähle auch, den "Etikettenschwindel mit angeblich zusätzlichen 34 Mio. Euro für die Unis zu unterlassen, die ohnehin wieder nur aus dem Unibudget kommen". Wenig hält Fassmann von Hahns Hochschuldialog - "ein Gipfeltreffen mit 51 Personen, wo jeder 35 Sekunden oder eine Minute sprechen darf".
Bis zu 25.000 Euro Kosten für Besetzung pro Tag.
Ministerium statt Audimax besetzen
Auch Mayer forderte die Politik auf, mit den Studenten in einen echten Dialog zu treten. Anstatt sich der Grundsatzfrage der Unifinanzierung zu widmen, habe die Politik bei der letzten Novelle des Universitätsgesetzes bloß diskutiert, wer wie in welchen Gremien vertreten sein solle: "Man hat nur geschaut, wie die eigene Klientel bedient werden kann und welche Maßnahmen nichts kosten."

Die Besetzungen an der Uni Wien kosten laut Mayer 20.000 bis 25.000 Euro pro Tag - "wenn ich das Geld für Investitionen ausgeben könnte", so Mayer.

Aufhorchen ließ er noch mit einer an die Adresse der Audimax-Besetzer gerichteten Aussage: "Wissenschaftsministerium besetzen – wenn schon". Er habe der Vorsitzenden der Hochschülerschaft sogar angeboten, dabei mitzumachen, wenn dafür die Besetzer aus dem Audimax abzögen.
Besetzer bei Hochschuldialog dabei
Bei dem von Wissenschaftsminister Johannes Hahn initiierten Hochschuldialog werden die Besetzer des Audimax vertreten sein. Die grundsätzliche Teilnahme wurde in einem Plenum fixiert, die Form ist noch offen.

Insgesamt sind Räume an zehn Hochschulen besetzt, drei Abgeordnete müssen bestimmt werden. Diese Details werden bei einem Treffen noch geklärt.
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Ihre Meinung zu diesem Thema
jämmerliche ansicht
cops6, vor 87 Tagen, 15 Stunden
jemand der ernsthaft über eine bildungssteuer nachdenkt (wo die meisten österreicher sich mehr schlecht als recht durchwursteln)kann nicht alle tassen im schrank haben vielmehr sollte die studiengebühr wieder eingeführt werden damit nicht derart viele deutsche bei uns studieren auf kosten der österreichischen steuerzahler
wohin würde mehr geld wohl fliessen?
smith, vor 87 Tagen, 15 Stunden, 43 Minuten
und was ist eigentlich an den vorwürfen dran, nach der "uni-automie" hätten sich in erster linie direktoren und anderes personal die taschen gefüllt?
angeblich haben sich gewisse gehälter verdoppelt und mehr...
nicht nur die Politiker sind jämmerlich, auch die Argumente der...
registerbraut, vor 87 Tagen, 17 Stunden, 31 Minuten
...Studenten ....

was ist überhaupt der Unterschied zwischen einem Kirchenstaat und einer Demokratie und was ist überhaupt Bildung ??? Geht es nur noch um Privilegien ???
23.24. September 2008 - das Gratis-Studium-Wahlzuckerl der Prammer ...
registerbraut, vor 87 Tagen, 17 Stunden, 30 Minuten
Es ist der Nachhaltigkeit dienlich, ..
8of9, vor 87 Tagen, 21 Stunden, 2 Minuten
wenn sich Außenstehende an der Diskussion zum Thema Bildung passiv beteiligen.
Bildungssteuer
knatterton, vor 88 Tagen, 1 Stunde, 9 Minuten
Nachdem knapp 50 Prozent der Bevölkerung für die Studentenproteste und damit für mehr Geld für die Unis ist, sollte sich die Regierung eine Bildungssteuer überlegen. Eine Erhöhung der Lohn- und Einkommensteuer bis zu 1 Prozent, wobei im Sinne der Solidarität auch jene Einkommensbezieher, die bisher keine Lohnsteuer zahlen brauchen, einbezogen werden sollten, würde niemandem weh tun.
Was tragen die Studenten bei?
höchstezeit, vor 87 Tagen, 16 Stunden, 6 Minuten
Jämmerlich ist auch das Verhalten der Dekane, die erst den Anstoß der Studenten brauchen. Außerdem was tragen die Studenten zur finanziellen Besserstellung bei? Studiengebühren wieder einführen, mit großzügiger Stipendiumvergabe; sie hätten dann vielleicht weniger Geld für diverse Lokale und Events.
Sehr lange haben die Dekane für ihr statement gebraucht !
pinha22, vor 88 Tagen, 1 Stunde, 21 Minuten
Studienabbrecher
stonewall, vor 88 Tagen, 3 Stunden, 46 Minuten
und trotzdem Bundeskanzler.
Also, nicht wirklich ein Problem, keine uni-ausbildung zu haben, odr?
Wichtiger wie Ausbildung
karl50, vor 88 Tagen, 3 Stunden, 22 Minuten
ist das richtige Parteibuch. Damit steigt die eigenen Qualifikation sprunghaft an.
uncle77, vor 88 Tagen, 3 Stunden, 11 Minuten
http://www.youtube.com/watch?v=cv2sFVlQ6fY
Studienabbrecher als Kanzler ist für mich Hinweis für die
pinha22, vor 88 Tagen, 1 Stunde, 22 Minuten
geringe Personalreserve von politischen Parteien.
Parteibuch
kreuzhans, vor 87 Tagen, 12 Stunden, 5 Minuten
Ein Parteibuch und die politische Gunst und komisch lächen dazu genügt um ein Land zu regieren.De Folgen davon spürt eh der Bürger.Den hoch gebildeten Gusenbauer hat man gegen einen sehr wenig Gebildeten eingetauscht.Ein Handel wie beim Märchen "Hans im Glück".Jetzt können sich die Roten welche Gusenbauer absetzten schämen, denn Gusenbauer ist ein tüchtiger Mensch.Die große Welt kann ihn brauchen, nur Österreich nicht.Komisch.
"Diese Politik ist jämmerlich"?
karl50, vor 88 Tagen, 4 Stunden, 1 Minute
Wo nicht?
Auch unsere Staatsfinanzen lassen wir von Bauern (und nicht von Finanzexperten) verwalten. Bei den Unis ebenso....
Was würden Bauern sagen, wenn das Landwirtschaftsministerium ein Finanzexperte leiten würde?
überdenkerin, vor 88 Tagen, 4 Stunden, 8 Minuten
Unibetrieb kann nur funktionieren, wenn rasch, ambitioniert und effizient gearbeitet wird. jeder in diesem Forum inklusive mir wird zum Hobbypolitiker - völlig unrepräsentatives Stückwerk, ebenso wie die Unipolitik in ihrer größeren gesellschaftlichen Einbettung. Die Demos finden vielfach statt um was zu vermeiden anstand sich für Dinge zu engagieren, die schon seit Ewigkeiten nicht funktionieren, vielleicht heute noch schlechter als vor 20 Jahren - Resourcen, PR und reibungsloser Support (zwei der tiefsten Löcher im Unialltag und zwei, die auch nicht mit Geld allein gestopft werden können sondern vor allem auch mit Know-how, Exekutive und Qualitätsprüfung), Orientierung (welche Arbeit gefällt mir, und was muss ich dafür studieren um dafür kompetent zu werden). Nur eine Uni die was verlangt und alles dafür bereitstellt kann man ernstnehmen.
drei silvester unität
stonewall, vor 88 Tagen, 4 Stunden, 12 Minuten
und alles ist rosarot und pipifein
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