|
|
 |
 |
MENSCHEN |
06.12.2009 |
|
|
|
|
Trauer um Alfred Hrdlicka
Personen aus Politik und Kultur haben sich betroffen über den Tod des Künstlers Alfred Hrdlicka geäußert. "Österreich verliert eine große Künstlerpersönlichkeit", würdigte Bundespräsident Heinz Fischer den Bildhauer.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Galerist Hilger: Mit Mahnmal "weniger Stundenlohn als jede ausgebeutete Putzfrau" verdient. |
|
|
|
"Er war ein total unkommerzieller Mensch"
Sein Galerist Ernst Hilger, der Hrdlicka seit über 30 Jahren international vertrat, sprach gegenüber "Wien heute" vom "Ende einer Ära". Er beschrieb Hrdlicka als "loyalen Menschen, der gleichzeitig sehr viel gefordert hat".
"Ihn hat die Kunst interessiert und was er damit bewegen konnte", so Hilger. Für sein Mahnmal auf dem Albertinaplatz habe er etwa "einen geringeren Stundenlohn bekommen als jede ausgebeutete Putzfrau", nachdem er sieben Jahre daran gearbeitet hatte. "Er war ein total unkommerzieller Mensch."
"Der Bildhauer per se" war Hrdlicka für die Direktorin des Belvedere, Agnes Husslein-Arco. "Er hat mit extremer Konsequenz und Stringenz ein großartiges Werk geschaffen", so Husslein. "Immer mit dem Meißel vor diesen wunderbaren Steinen - er war ein Vollblutkünstler und ein Vollblutmensch, er hat das Leben geliebt."
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Fischer: "Werk von gesellschaftlichen Idealen erfüllt". |
|
|
|
Fischer würdigt verstorbenen Künstler
"Sein Werk, das auch international höchste Beachtung erlangte, war immer künstlerisch und politisch geprägt und von gesellschaftlichen Idealen erfüllt", hieß es in einer Stellungnahme der Präsidentschaftskanzlei.
Bereits als Kind habe Hrdlicka die Schrecken des Faschismus erlebt, "was zur Folge hatte, dass er sich zeit seines Lebens gegen Faschismus und Antisemitismus engagierte". Hrdlicka habe zahlreichen jungen Künstlern die Faszination der Bildhauerei vermittelt und auch damit einen wichtigen Beitrag zum zeitgenössischen Kunstschaffen geleistet, so der Bundespräsident.
In Wien sei mit Hrdlickas Mahnmal auf dem Albertinaplatz ein bleibender Gedenkort gegen Krieg und Gewalt geschaffen worden.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Schmied: "Titan der internationalen Kunst"
Bundeskanzler Wener Faymann (SPÖ) würdigte Hrdlicka als "heftigen Mahner gegen Unrecht und die Unterdrückung der Menschen", der "sehr oft auch in drastischer Art und Weise" dagegen vehement in seinen Werken gekämpft habe.
Bildungs- und Kunstministerin Claudia Schmied (SPÖ) bezeichnete ihn als "Titan der internationalen Kunst". In jedem seiner Objekte und Zeichnungen habe sich seine Lebensenergie wiedergefunden. Kämpferisch, selbstbewusst und kontrovers habe er weder Konflikte noch Auseinandersetzungen gescheut.
"Sein Lebenswerk war ein Auftrag zur Verbesserung dieser Welt. Seine Kunst wird uns immer an diese Notwendigkeit erinnern", so Schmied.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|

|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
Häupl: "Stimme gegen Faschismus"
Er sei "einer der herausragendsten Künstler Österreichs" gewesen und "zählte über die Landesgrenzen hinaus zu den bedeutendsten Realisten der Bildhauerkunst der Gegenwart", sagte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ).
Mit Hrdlicka verliere Wien nicht nur einen großen Künstler, der die Stadt mit seinem Schaffen geprägt habe, sondern auch eine starke Stimme gegen den Faschismus, so Häupl.
Auch Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) hob hervor, dass der Verstorbene dazu beigetragen habe, "dass die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht in Vergessenheit geraten - so wie seine antifaschistische Haltung in allen seinen Arbeiten klar zum Ausdruck kam".
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
"Ein Warner vor Gewalt"
Betroffen zeigte sich auch Innenministerin Maria Fekter (ÖVP). "Wir verlieren mit Hrdlicka einen bedeutenden Künstler, der mit seinen Werken durch eine starke Bildsprache zu einem Warner vor Gewalt wurde", so Fekter.
"Mit seiner Arbeit hat Hrdlicka viele Diskussionen ausgelöst. Er hat sich nie am ästhetischen Schein oder am Geschmack des Publikums orientiert. Vielmehr hat er die Zusammenhänge von Geld, Macht und Leid deutlich gemacht", würdigte der grüne Kultursprecher Wolfgang Zinggl Hrdlickas Schaffen.
Auch die freiheitliche Kultursprecherin Heidemarie Unterreiner würdigte Hrdlicka: "Seine starke Persönlichkeit und sein Werk sorgten stets für Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Sein offenes, streitbares Wesen polarisierte. Sein Naheverhältnis zum Kommunismus kam vom Herzen und war nicht an den Zeitgeist gebunden."
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
"Turm in der Schlacht"
Auszeichnungen hatte Hrdlicka aus Prinzip nie entgegengenommen, er bezeichnete sich als "Ultrastalinisten" und erklärte zu Lebzeiten beim Blick auf sein Lebenswerk, er habe sich "zu Tode geschunden".
Einen "Turm in der Schlacht" nannte Helmut Zilk einst den Künstler: "Ein Mann, ein Wort. Und ein ordentlicher Kommunist."
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
wien.ORF.at; 5.12.09
Alfred Hrdlicka ist tot. Der Künstler starb am Samstag im Alter von 81 Jahren in Wien. Heiße Diskussionen begleiteten immer wieder die Aufstellung seiner Skulpturen im öffentlichen Raum.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Zu diesem tragischen Ereignis kann nicht gepostet werden.
|
|
|
|
|
|