Restmüll-Automaten erobern Mistplätze

In den nächsten Monaten werden alle Wiener Mistplätze mit kostenpflichtigen „Restmüllschleusen“ ausgerüstet sein. Dort können künftig nach Entrümpelungen gegen eine Gebühr von zwei Euro große Mengen an Restmüll entsorgt werden.

„Bisher gab es auf den Wiener Mistplätzen keine Möglichkeit, Restmüll abzugeben, da die Entsorgung von kommunalem Restmüll kostenpflichtig ist und direkt über die Liegenschaften verrechnet wird“, so Ulrike Volk von der MA 48. Kunden, die nach einer Entrümpelung neben Sperrmüll, Alt- und Problemstoffen auch Restmüll bei einem der Wiener Mistplätze abgeben wollten, mussten diesen wieder mitnehmen.

Um die Kunden künftig nicht mehr abweisen zu müssen, reagierte die MA 48 mit der Einführung von Restmüllschleusen auf den Mistplätzen. Es handelt sich dabei um Müllautomaten, die für eine Gebühr in der Höhe von zwei Euro bis zu 150 Liter Restmüll schlucken.

Restmüllschleuse
MA 48
Für zwei Euro schluckt der Automat am Mistplatz bis zu 150 Liter Restmüll

Schleusen lukrieren 200.000 Euro pro Jahr

Die erste Restmüllschleuse wurde bereits im Jahr 2005 am Mistplatz Liesing als Pilotprojekt aufgestellt. Wegen der großen Nachfrage wurden weitere 17 Mistplätze sukzessive ausgestattet. In den kommenden Monaten soll auch der Mistplatz in Erdberg aufgerüstet werden und damit jeder Mistplatz in Wien eine Restmüllschleuse anbieten.

Rund 200.000 Euro wurden im vergangenen Jahr durch die Automaten eingenommen. „Die Einnahmen werden für die Entsorgung herangezogen. Der Restmüll muss ja abtransportiert und thermisch verwertet werden“, so Volk. Hintergrund für die entgeltliche Abgabemöglichkeit von Restmüll am Mistplatz ist die Müllgebühr.

Kosten wegen Restmüllgebühr

In Wien wird die gesamte Abfallwirtschaft über die Restmüllgebühr finanziert. Das heißt, dass in Wien nur für die Entsorgung des Restmülls bezahlt wird. Die Sammlung und Behandlung aller anderen Abfälle ist kostenlos oder wird im Falle von Verpackungen über die ARA bezahlt.

Die Restmüllgebühr hängt vom Volumen des bereitgestellten Behälters und vom jeweiligen Entleerungsintervall ab. Sie wird von den Liegenschaftseigentümern eingehoben. Derzeit kostet die Entleerung eines 120-Liter-Behälters 4,24 Euro pro Abholung.

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