Jazzmusiker Teddy Ehrenreich ist tot

Der Wiener Jazzmusiker Rudolf „Teddy“ Ehrenreich ist tot. Er ist kurz vor seinem 78. Geburtstag am Sonntagmorgen an Altersschwäche gestorben. Der Klarinettist und Altsaxophonist galt als Urgestein der heimischen Jazzgeschichte.

Ehrenreich (geboren am 10. März 1936) begann seine Karriere als Klarinettist in den 1950ern in den damaligen Wiener Innenstadt Nightclubs „Adebar“ und „Little Tabarin“. Nach einer Deutschland-Tournee mit der österreichischen Jazz-Legende „Fatty George“ begann er das Studium der Klarinette. Da Auftritte gegen Bezahlung den Studenten verboten wurde, trat Ehrenreich damals unter dem Namen Ted Evans auf.

Mailath-Pokorny Teddy Ehrenreich
W. Schaub-Walzer/PID
Mailath-Pokorny (li.) mit Ehrenreich (re.) und Sohn Alexander im Rathaus

Förderer junger Talente

1975 gründete Ehrenreich, der beim ORF angestellt war, seine eigene professionelle Bigband. Neben Kollegen der ORF-Bigband setzte Ehrenreich auch stets junge Musiker ein, die die Truppe als Sprungbrett für eine Solokarriere nutzen können sollten. Im Wiener Klub „Jazzland“ trat Ehrenreichs Bigband auch gemeinsam mit US-Größen auf. Nach einem schweren Schlaganfall 2000 war Ehrenreich bereits stark eingeschränkt, in den vergangenen Jahren hatte sich sein Gesundheitszustand deutlich verschlechtert. Die Leitung der Bigband hat bereits 2012 sein Sohn Alexander übernommen.

Ehrenreich wurde vor rund zwei Jahren vom Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) mit dem „Goldenen Verdienstzeichen des Landes Wien“ geehrt. Ehrenreichs ehemaliges Band-Mitglied Franz Sager hielt die Laudatio. „Besonders gern hat Teddy Ehrenreich den von Benny Goodman mitbegründeten Chicago Stil gepflegt, einen differenzierten Dixieland, da war er in seinem Element“, sagte er damals.