Neue Erkenntnisse zur Ragweed-Eindämmung

Für Ragweed-Allergiker steht ein hartes Jahr bevor, die Pflanzen wachsen besonders stark. Ein Team der Universität für Bodenkultur (Boku) hat nun einen Weg gefunden, die invasiven Ragweed-Pflanzen einzudämmen.

Aufs richtige Timing kommt es an: Die Population von Ragweed könnte durch eine sehr einfache und kostengünstige Anpassung der Schnittregimes an den Straßenrändern dezimiert werden. Ragweed (Ambrosia artemisiifolia) ist eine invasive Pflanze, die schwere Allergien verursacht und die Ernteerträge weltweit verringert. Straßenränder sind ein wichtiges Sprungbrett für ihre Ausbreitung - die Vermehrung der Population wird durch ein unzureichendes Straßenmanagement in Europa sogar begünstigt.

Ragweed
ORF
Ragweed ist eine invasive Pflanze aus Nordamerika

Erster Schnitt nach weiblicher Blüte

Unterstützt von einer EU-COST-Aktion hat sich daher ein internationales Team aus Demografen, Ökologen und Unkrautforschern zusammengeschlossen, um Mähregimes zu finden, die das Wachstum der Ambrosiapopulationen in Europa reduzieren könnten. Beginn der Ragweed-Saison ist Ende Juli.

Die Wissenschafter um Gerhard Karrer und Suzanne Lommen stellten fest, dass ein korrektes Timing der Mähaktivitäten an Straßenrändern unerlässlich ist. Ein Schnitt im August, kurz nach der weiblichen Blüte, sollte in allen Mähregimes enthalten sein, die auf die Reduzierung der Population abzielen.

Nur zwei Schnitte pro Jahr

So ist ein erster Schnitt im August, gefolgt von einem zweiten Schnitt im September, am effektivsten für die Eindämmung von Ragweed - während gleichzeitig die Kosten im Vergleich zum traditionellen Schnittregime (zwei oder drei Schnitte pro Jahr) gleich oder sogar niedriger sind. Straßeninstandhaltungsdienste könnten also durch ein angepasstes Timing ihrer Mähaktivitäten dazu beitragen, die weitere Ambrosia-Ausbreitung aufzuhalten.

Für die Ragweed-Allergiker ist es dieses Jahr wohl trotzdem zu spät. Der Pollenwarndienst der Medizin-Uni erwartet für Wien heuer eine sehr starke Ragweed-Saison, sagt dessen Leiter Uwe Berger: „Weil das Klima bisher perfekt war, und wenn der Niederschlag nicht ausbleibt bis zum Start der Ragweed-Saison, dann wird es eine starke Belastung werden.“ Die Allergiker in Wien auch besonders spüren, so Berger, denn die Schleimhäute sind durch die Großstadtluft ohnehin gereizt.

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