Neues 21er Haus für jüngere Kunstgeschichte

Aus dem 20er Haus wurde das 21er Haus, das Gebäude ist erstmals nach dem Umbau präsentiert worden. Die jüngere österreichische Kunstgeschichte steht im Mittelpunkt. Offiziell eröffnet wird am 15. November mit der Ausstellung „Schöne Aussichten“.

Architekt Adolf Krischanitz im 21er Haus

APA/Georg Hochmuth

Adolf Krischanitz

Genau 49 Jahre nach der Eröffnung des Hauses ist das Gebäude am Dienstag vorgestellt worden. „Adi, ich gratuliere Dir, nein: uns“, meinte Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco zu Architekt Adolf Krischanitz.

Dieser hatte die Ausschreibung für den Umbau des 21er Hauses gewonnen. Adolf Krischanitz ist ein Schüler Karl Schwanzers, dieser hatte den ursprünglich für die Brüsseler Weltausstellung 1958 errichteten Originalpavillon gebaut.

2002 war das Haus vom MUMOK zum Belvedere gewechselt. Der Umbau hat 31,9 Millionen Euro gekostet. 16,5 Millionen stammen vom Kulturministerium, 11,3 vom Wirtschaftsministerium, 1,5 von der Wotruba-Stiftung sowie 2,6 Millionen vom Belvedere, aus eigenen oder aus Sponsoringmitteln.

Anteil des Ministeriums für Betrieb noch offen

Jährlich sollen im 21er Haus drei große Ausstellungen in einem 5-Tages-Betrieb gezeigt werden. Agnes Husslein-Arco bezifferte den zusätzlichen Budgetbedarf dafür mit 4,5 Mio. Euro. Über den Anteil des Kulturministeriums daran wird noch verhandelt.

Das 21er Haus soll vor allem „die internationale Vernetzung österreichischer Kunst bis in die Gegenwart engagiert fortführen“ und dem Besucher „einen umfassenden und profunden Überblick über die jüngere österreichische Kunstgeschichte in all ihrer Vielfalt“ geben.

Museum 21er Haus nach Umbau innen

APA/Georg Hochmuth

Zusätzliche Flächen durch Stiftung und Arthotek

Während der Planung des Umbaus kamen mit der Wotruba-Stiftung und der Arthotek des Bundes neue Aufgaben dazu. Die Wotruba-Stiftung wird ihren Betrieb mit der Eröffnung des Hauses aufnehmen. Die Arthotek soll 2012 in das 21er Haus übersiedeln.

Der für die Weltausstellung 1958 in Brüssel entstandene Österreich-Pavillon von Karl Schwanzer wurde 1962 als Museum des 20. Jahrhunderts in Wien eröffnet

Die Bruttogeschäftsfläche in dem denkmalgeschützten Objekt ist laut Architekt Krischanitz „um das Vierfache“ erhöht worden. Das 21er Haus hat einen „Tiefhof“ und zwei Tiefgeschoße erhalten, dazu kam ein vorgelagerter Büroturm. Bis Mitte November soll die Fassade fertiggestellt sein. Ob der Schriftzug „Museum of Revolution“, der derzeit als Leihgabe in der Tate Modern ist, wieder zurückkehrt, ließ Husslein-Arco offen.

Das Projekt der Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, seine in Berlin abgebaute temporäre Kunsthalle neben dem 21er Haus aufzustellen, sei keineswegs gestorben, versicherte der Architekt. Die Bauverhandlung sei nächste Woche, die Aufstellung könnte im Frühjahr vorgenommen werden.

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