ÖVP: Aigner fühlt sich „richtig befreit“

Der bisherige Wiener ÖVP-Mandatar Wolfgang Aigner wird seinen Austritt aus dem Klub im Rathaus nicht revidieren, in einem Interview fühlte er sich „richtig befreit“. Das Mandat von Christine Marek übernimmt der Donaustädter Martin Flicker.

„Selbstverständlich bleibt die Entscheidung aufrecht“, bekräftigte Wolfgang Aigner seinen Abgang vom ÖVP-Klub im Wiener Rathaus. Aigner wird künftig als „wilder“ Abgeordneter eine Art Ein-Mann-Fraktion darstellen. Gespräche über seine künftige Rolle habe es im Rathaus demnach schon Gespräche gegeben, berichtete der Mandatar.

So wurde etwa vereinbart, dass er jeweils gefragt werde, ob und wann er sich zu Wort melden wolle. „Ich kann jetzt zu jedem Thema etwas sagen“, verwies er auf die Vorteile des Daseins als fraktionsfreier Abgeordneter. Auch das Fragerecht in den Fragestunden des Gemeinderates und Landtages sei ihm zugesichert worden.

Aigner beabsichtigt laut eigenen Angaben nicht, an einen anderen Klub anzudocken. Ob der wilde Abgeordnete eigene Räumlichkeiten im Rathaus bekommt, war bisher noch kein Thema. Er nehme auch nicht an, dass er ein eigenes Zimmer bekomme: „Es kann ja nicht sein, dass jeder, der aus einem Klub austritt, mit einem eigenen Büro belohnt wird.“ Die Post werde ihm hoffentlich noch die ÖVP zustellen, da er - „vorerst“, wie Aigner betonte - noch Parteimitglied sei.

Flicker übernimmt Mandat von Marek

Christine Marek wurde am Mittwoch im Parlament als Nationalratsabgeordnete angelobt. An ihrer Stelle rückt am Freitag Martin Flicker aus der Donaustadt in den Gemeinderat nach. Der Chef eines Gartenbaubetriebs kommt aus dem Bauernbund und ist seit 2001 Bezirksrat im 22. Bezirk.

Formell übernimmt Mareks Landeslistenmandat allerdings Matthias Tschirf. Dessen bisheriges Donaustädter Grundmandat wird somit für den bis dato dort zweitgereihten Flicker frei. Diese Lösung ist allerdings nur temporär, da Tschirf angekündigt hat, aus dem Gemeinderat auszuscheiden. Dies werde voraussichtlich mit 1. November der Fall sein.

Nachfolger von Tschirf könnten Karin Holdhaus oder Irmgard Bayer werden, auch ein Polit-Comeback von Franz Ferdinand Wolf ist möglich. Gespräche über die anstehende Entscheidung sollen noch geführt werden.

Spekulation über Marek-Nachfolge

Seit dem Abgang von Marek als Wiener ÖVP-Chefin taucht jedenfalls immer wieder der Name Sebastian Kurz als möglicher Nachfolger auf. Vizekanzler Michael Spindelegger hatte ihn zuletzt in der ORF-„Pressestunde“ zumindest nicht ausgeschlossen - mehr dazu in wien.ORF.at.

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