U-Bahn-Störung: Fahrgäste allein

Wegen eines Computerausfalls war die Linie U4 zwischen Heiligenstadt und Spittelau für eineinhalb Stunden unterbrochen. Fahrgäste üben Kritik, weil sie ohne Begleitung allein aussteigen und in die nächste Station gehen mussten.

„Es hat nur geheißen, geht`s da nach vor. Aber man wusste nicht, ob man etwas berühren darf oder nicht, obwohl jeder weiß, dass es stromführende Leitungen gibt“, schildert eine betroffene Augenzeugin in einem Wien heute-Interview. Von der ersten Durchsage in der U-Bahn bis zur Evakierung dauerte es ihrer Schilderung nach etwa 30 Minuten: „Jetzt geht wirklich nichts mehr hat es dann geheißen, der Fahrer kommt gleich und wird die Notleitern installieren, damit die Fahrgäste rauskommen und zur nächsten Station vorgehen müssen.“

Während jüngere Fahrgäste dieser Aufforderung auch rasch nachkamen, hatten ältere Personen beim Verlassen des Zuges über die Notleitern Probleme. „Wir hatten da ja noch Glück, weil das auf offener Strecke passiert ist. Aber was ist in so einem Fall in einem Tunnel?“, fragte sich die Augenzeugin.

Wiener Linien: Verzögerung bei mehr Personal

TV-Hinweis

„Wien heute“ hat mit einer Augenzeugin gesprochen. Den Beitrag dazu sehen Sie um 19.00 Uhr in ORF2 und danach on Demand im Internet. Mehr dazu in "Wien heute.

Die Wiener Linien verteidigten gegenüber Wien heute die Vorgangsweise. „Natürlich hätten wir vor der Evakuierung zusätzliches Personal bereitstellen können, aber das hätte wieder zehn bis 15 Minuten länger gedauert. Wir wollten die Fahrgäste aber rasch zu den nächsten Stationen bringen“, meinte Wiener Linien-Sprecher Answer Lang.

Die Störungsmeldung war um 7.45 Uhr im Stellwerk beim Betriebsbahnhof Wasserleitungswiese angezeigt worden. Laut Wiener Linien fiel genau jener Rechner aus, der entlang der Linie U4 rund um Spittelau die Weichen stellt. Automatisch wurden die U-Bahnen aus Sicherheitsgründen gestoppt. Dadurch kamen im oberirdisch verlaufenden Streckenabschnitt zwischen den Stationen Heiligenstadt und Spittelau die drei U-Bahn-Züge zu stehen. Zwischenfälle in diesem Ausmaß passieren laut Wiener Linien ein bis zwei Mal im Jahr.

Hunderte Fahrgäste in Sicherheit gebracht

Mehrere hundert Fahrgäste mussten wegen des Zwischenfalls in Sicherheit gebracht werden. Der Betrieb auf der restlichen U4-Strecke war nur eingeschränkt möglich. Für die Dauer der Störung wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Die Busse wurden zunächst von der Endstelle in Heiligenstadt bis zur Station Schottenring geführt und danach bis zur Station Friedensbrücke zurückgenommen.

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Frau wollte U-Bahn-Gleise queren

Stunden später nach dem glimpflich ausgegangenen Zwischenfall mit der U4 kam es zu einem schweren Unfall in der U1-Station Kaisermühlen. Eine Frau wollte laut Wiener Linien die U-Bahngleise überqueren und übersah dabei einen einfahrenden Zug. Trotz Notbremsung konnte der Fahrer nicht verhindern, dass die U-Bahn mit der Frau zusammenstieß. Die Frau wurde mit schwersten Beinverletzungen in ein Spital gebracht. Der Betrieb der U1 war zwischen Praterstern und Kagraner Platz für knapp eine Stunde eingestellt.

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