Schani geigt wieder: Denkmal saniert

Im Stadtpark geigt wieder der Original-Schani: Fünf Monate lang war das Johann-Strauß-Denkmal hinter einem Bauzaun verschwunden, um saniert zu werden. In dieser Zeit mussten die Touristen mit einem Double des Walzerkönigs vorlieb nehmen.

Das 90 Jahre alte Denkmal wurde in den vergangenen Monaten umfassend renoviert: Die Statue, die den fidelnden Walzerkönig zeigt, wurde in die Werkstätte eines Metallrestaurators gebracht, um die Vergoldung zu erneuern. Außerdem wurden unter anderem die Oberfläche des Marmorbogens gereinigt und konservatorisch behandelt sowie die Risse behandelt. Zudem wurde das Fundament saniert und die Stufenanlage gereinigt. Es erfolgte auch eine statische Überprüfung des Denkmals.

Johann-Strauß-Denkmal im Stadtpark

APA/Herbert Neubauer

Double muss wieder in den Fundus

Das Schani-Double, das während der Sanierungsarbeiten für das Original die Stellung hielt, wandert nun dorthin zurück, wo es hergekommen ist: in den Fundus des Wien-Tourismus. Dieser ließ nämlich für Auslandsreisen einige Kopien der Walzerkönig-Statue anfertigten und hat den Sommer über eine davon zur Verfügung gestellt. Die Nachbildung befand sich in unmittelbarer Nähe zum fidelnden Original und war auf einem Siegerstockerl platziert worden.

Das Strauß-Denkmal sei „mit Sicherheit eines der meistfotografierten Denkmäler in Wien“, erklärte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ). Daher müsse es ordentlich hergerichtet sein, begründete er die Sanierung. Die Sanierung kostete 300.000 Euro.

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Vom k.u.k.-Langzeitprojekt zum begehrten Fotomotiv

Die Geschichte des Johann-Strauß-Denkmals im Wiener Stadtpark reicht zurück bis in die Monarchie. Pläne zur Errichtung der Gedenkstätte zu Ehren des Komponisten Johann Strauß Sohn gab es bereits kurz nach der Jahrhundertwende.

Im Jahr 1903 konstituierte sich ein Komitee für den Bau eines Denkmals, das dem 1899 verstorbenen Komponisten und Musiker gewidmet werden sollte. Um das Vorhaben finanzieren zu können, bat man die Bevölkerung Wiens um finanzielle Unterstützung. Zu diesem Zeitpunkt war noch der Franz-Josefs-Kai als Aufstellungsort geplant.

1906 wurde ein Wettbewerb mit dem Ziel ausgerufen, ein Denkmal zu schaffen, welches Strauß nicht nur als den „Klassiker des Walzers und der Operette, sondern auch als Inbegriff des musikalischen Wienertums“ würdigen sollte. Der Entwurf des akademischen Bildhauers Edmund Hellmer wurde einstimmig genehmigt. 1907 wurde schließlich der heutige Standort im Stadtpark festgelegt.

Jahrzehnte unvergoldet

Die Durchführung und Aufstellung verzögerte sich allerdings, da es permanent Probleme bei der Finanzierung gab. Der Erste Weltkrieg verhinderte außerdem eine zügige Umsetzung. Die endgültige Enthüllung erfolgte am 26. Juni 1921, wobei zu diesem feierlichen Anlass die Wiener Philharmoniker „An der schönen blauen Donau“ aus der Feder des Walzerkönigs spielten.

Für Schani weilte die glanzvolle Zeit allerdings nicht allzu lange. Bereits 1935 wurde die schadhaft gewordene Vergoldung der Statue abgenommen. Mehrere Jahrzehnte stand die Bronzefigur ohne schimmernden Überzug im Stadtpark. Erst eine 1991 aufgebrachte neuerliche Vergoldung stellte den ursprünglichen Zustand des Denkmals wieder her.

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