Neuer Sauriersaal soll Image verbessern

Als aggressive Räuber oder hilflose Pflanzenfresser werden Saurier oft dargestellt. Dieses Image soll durch den neuen Sauriersaal im Naturhistorischen Museum revidiert werden. An der Decke schwebt ein Pteranodon-Modell in Originalgröße.

Die letzte Umgestaltung des Sauriersaals lag mehr als 30 Jahre zurück, das wissenschaftliche Bild der Dinosaurier habe sich seither radikal gewandelt. „Fossilfunde zeigen, dass Saurier soziale Lebewesen waren, dass das Jagen im Rudel ebenso in ihr Repertoire gehörte wie Brutpflege und Jungenaufzucht“, heißt es aus dem Naturhistorischen Museum. Relativ neu ist auch die Erkenntnis, dass viele der flinken kleineren Raubsaurier über ein Federkleid verfügten. „Wahrscheinlich besaß sogar der Tyrannosaurus rex daunenartige Federn“, berichteten Paläontologen.

Skelette, lebensgroße Modelle und Computeranimationen sollen die Welt der Dinosaurier anschaulich machen. Highlight der neuen Ausstellung soll das animierte Modell eines Allosaurus, dessen Bewegungsabläufe lebensecht rekonstruiert wurden, sein. Ein echter Dinoknochen darf angefasst werden, Mutigere können sich auch an Dinosaurier-Magensteine und Saurierkot wagen. Den Luftraum beherrschen wird ein originalgroßes Pteranodon-Modell. Dieser Kurzschwanzflugsaurier war vor 85 Millionen Jahren in Nordamerika beheimatet und zählte mit einer Flügelspannweite von sieben Metern den größten flugfähigen Reptilien.

Dinosaurier-Saal im NHM

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Umgestaltung war erstes Ziel von Köberl

Die Umgestaltung des Sauriersaals zählt zu den Vorhaben, die Generaldirektor Christian Köberl bei seinem Amtsantritt am 1. Juni 2010 angekündigt hatte.

Christian Köberl, Generaldirektor des Naturhistorischen Museums vor Saurier

APA/Robert Jäger

Generaldirektor Christian Köberl

Die Dinosaurier bezeichnete er damals „immer als Aushängeschild eines naturkundlichen Museums“, deswegen wolle das Museum versuchen, „etwas Modernes und Ansprechendes zu zeigen“, so Köberl damals. Die Modernisierung des Meteoritensaales und eine Neuaufstellung der anthropologischen Schausammlung waren weitere Ziele.

Im Jahr 2010 hatte das Naturhistorische Museum ein Besucherplus von fast 140.000 Gästen, auch wegen des für die Bundesmuseen eingeführten freien Eintritts für Kinder und Jugendliche. Die Folge war auch ein erhöhter Platzbedarf für Dauer- und Sonderausstellungen sowie die sonstigen Sammlungen. Köberl hatte daher bei seinem Amtsantritt die Unterkellerung des Platzes zwischen dem Naturhistorischen und dem Kunsthistorischen Museum vorgeschlagen. Auch eine Verbindung mit dem MuseumsQuartier sollte für Köberl angedacht werden.

Erster Platz bei der „Langen Nacht der Museen“

Vor wenigen Tagen hat das Naturhistorische Museum für einen Rekord gesorgt. Bei der zwölften „Langen Nacht der Museen“ führte das Naturhistorische Museum mit 10.446 Besuchern die „Hitliste“ an, dahinter landeten die Albertina und das Kunsthistorische Museum. Insgesamt hatten in Wien 191.600 Besucher an der „Langen Nacht der Museen“ teilgenommen, mehr dazu in wien.ORF.at.

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