Panda Fu Hu auf dem Weg nach China

Es ist so weit: Panda Fu Hu hat seine weite Reise nach China angetreten. In der Nacht auf Mittwoch wurde er aus dem Tiergarten Schönbrunn abtransportiert. Wie vertraglich vereinbart, muss der Pandabär China übergeben werden.

In einer hölzernen Transportbox geht es für den 50 Kilogramm schweren Pandabären mittels Lkw nach Amsterdam und dann per Direktflug nach China. Rund 20 Stunden soll der Trip dauern, bis er bei seinem älteren Bruder Fu Long ankommen wird. „Panda-Schokolade“ (Karotten, Süßkartoffeln, roter Paprika oder getrocknete Feigen) sollen die Reise versüßen.

Panda Fu Hu verlässt Tiergarten Schönbrunn in Transportbox

Tiergarten/Daniel Zupanc

Fu Hu wird verladen

Fu Hus Pfleger haben in Schönbrunn den gesamten Oktober lang mit ihm die Reise simuliert, ihn in die Transportbox gelockt, sie zum Wackeln gebracht und dadurch den Flug sowie die Fahrt im Lkw nachgeahmt, sagte Pflegerin Renate Haider. Begleitet wird Fu Hu weiters von Haider, Tiergarten-Veterinär Thomas Voracek und Direktorin Dagmar Schratter.

Panda Fu Hu verlässt Tiergarten Schönbrunn in Transportbox

Tiergarten/Thomas Voracek

Zoologin Eveline Dungl und Zootierarzt Thomas Voracek mit Fu Hu

Weiter hoffen auf Panda-Nachwuchs in Wien

Wie schon sein großer Bruder Fu Long wird auch der zweijährige Fu Hu künftig in der Pandazucht- und Forschungsstation in Bifengxia mit gleichaltrigen Artgenossen leben. „Er hat dort die Möglichkeit Panda-Jungtiere in seinem Alter kennenzulernen von denen er noch etwas lernen kann, das ihm die Mutter nicht mehr beibringen könnte“, sagte Haider. In freier Natur trennen sich Muttertiere und Junge, wenn letztere zwischen zwei und drei Jahre alt sind.

„Wien heute“-Video von den Transportvorbereitungen:

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In Wien hofft man unterdessen auf ein neues Panda-Baby im nächsten Jahr - vorausgesetzt die Eltern-Tiere dürfen in Schönbrunn bleiben, da der Vertrag mit China 2013 ausläuft. Verhandlungen für eine Verlängerung würden gut laufen, hieß es aus dem Tiergarten.

Tiergarten: Schweigepflicht zu Leihgebühr

Wie viel Leihgebühr für die beiden Eltern-Tiere an China gezahlt wurde, darf der Tiergarten Schönbrunn laut Zoo-Sprecherin Johanna Bukovsky nicht sagen: „Das ist vertraglich so festgelegt“.

Die britische Zeitung „The Mail on Sunday“ berichtete, dass der Zoo in Edinburgh für zwei Große Pandas sechs Millionen Pfund (7,5 Millionen Euro) an Leihgebühr für zehn Jahre bezahlt hat. „Eine Summe, die wir uns nicht leisten könnten“, so Bukovsky. Der entsprechende Betrag, der jährlich an China überwiesen werde, falle jedenfalls deutlich geringer aus, hieß es aus dem Tiergarten.

Fotos von Fu Hu in Schönbrunn

25.000 Panda-Fans beteiligten sich an Namensgebung

Fu Hus Geburt am 23. August 2010 war eine zoologische Sensation. Er und sein Bruder Fu Long sind die einzigen Pandas, die in einem europäischen Zoo auf natürliche Weise gezeugt und aufgezogen wurden. Die ersten Monate verbrachte Fu Hu mit seiner Mutter Yang Yang in der Wurfbox.

Im Jänner 2011 war er das erste Mal in der Innenanlage und für die Besucher zu sehen. Mehr als 25.000 Panda-Fans beteiligten sich an der Internetabstimmung für seinen Namen und entschieden sich für Fu Hu, was „Glücklicher Tiger“ heißt.

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