Funkturm fällt für Luxuswohnungen

Am Standort des früheren Post- und Telegraphenamts in der Wiener Innenstadt entstehen Luxuswohnungen. Dafür wird seit heute auch ein Funkturm im Inneren des Gebäudes abgebaut.

Am Dienstag wurde im Rahmen der Umbauarbeiten der Funkturm am Dach des Gebäudes in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt umgeschnitten und abgebaut. Das Haus, das bis 1996 von der Post genützt wurde, stand zuletzt leer.

Der Funkturm wurde 1964 am Dach der ehemaligen „k.k. Telegrafen Centrale“ errichtet. „Der Turm war in den 60er Jahren ursprünglich für den Richtfunk eingerichtet, ab den 80er Jahren mehr für die Handybespielung“, so Investor Michael Albert gegenüber Radio Wien. Rund eine Woche lang werden die Arbeiten für den Abbruch des Turms dauern, eine Sprengung war laut Albert nicht möglich: „Da würde wohl dann die Hälfte des Hauses fehlen.“

Der Prunkbau wurde zwischen 1870 und 1873 als k.k. Telegrafen Centrale erbaut. 1964 wurde dem Gebäude von der österreichischen Post- und Telegraphenverwaltung der Funkturm aus Stahlbeton aufgesetzt. Bis 1996 wurde das Haus vom österreichischen Post- und Telekommunikationsamt genutzt, zuletzt stand das Gebäude leer. 2011 wurde es von der Hypo-Alpe-Adria-Bank an die Grazer Investmentgesellschaft Immovate verkauft.

Radio Wien-Reporterin Julia Korponay-Pfeifer vom früheren Post- und Telegraphenamt

Luxus-Lofts bis 2019 fertig

Im Gebäude Börseplatz 1 entstehen auf einer Fläche von 7.800 Quadratmetern 39 Luxuswohnungen und Büros. Darunter sind das „Loft Aurora“ mit 500 Quadratmetern und die „Imperial Loft Collection“ - laut Investor bis zu 2.000 Quadratmeter Wohnfläche auf einer Etage mit einem Kaufpreis von etwa 40 Millionen Euro. Eine 80-Quadratmeter-Wohnung kommt auf etwa eine Million Euro - laut Entwickler ein üblicher Marktpreis in der Inneren Stadt. Mitte 2019 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Bekannt wurde das frühere Post- und Telegraphenamt auch als Schauplatz von „Alma – A Show Biz ans Ende“ von Paulus Manker. Die Inszenierung war davor unter anderem im Sanatorium Purkersdorf, in Lissabon, Hollywood, Paris, Prag und Jerusalem zu sehen - mehr dazu in "„Alma“ letztmals im Telegrafenamt (wien.ORF.at; 31.7.2012).

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