Stinkende Wanzen suchen Zuflucht

Die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys) fällt derzeit in Wien wieder durch ihren stinkenden Geruch auf. Normalerweise halten sie sich auf Bäumen auf, im Herbst suchen sie jedoch einen warmen Ort zum Überwintern.

„Auf den Bäumen ernährt sie sich mehr oder weniger von Teilen der Pflanze oder von Pflanzensäften“, sagt Alexander Lorber vom Pflanzenschutzdienst der Stadt gegenüber Radio Wien. Auf den Bäumen halten sie sich die meiste Zeit auf - und zwar vom Menschen weitgehend unbemerkt. „Wenn die Laubbäume das Laub haben, werden sie von uns nicht wahrgenommen“, so Lorber.

Doch jetzt im Herbst ändern sie ihren Aufenthaltsort. „Die Nächte werden kühler, die Blätter beginnen abzufallen. Aus diesem Grund wird es für die Wanze ungemütlicher. Sie sucht sich jetzt warme Überwinterungsquartiere. Diese sind normalerweise etwa irgendwo unter der Rinde, aber können eben auch in den warmen Wohnungen sein“, sagt Lorber. Wobei man im letzten Fall eher von „verirren“ sprechen müsse, denn eigentlich sei es ihnen in den Wohnungen zu trocken.

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ORF/Bachler

Marmorierte Baumwanze auf einem Wiener Balkon

Auch für Haustiere und Zimmerpflanzen ungefährlich

Gefahr geht von den Tieren keine aus. „Für Menschen sind diese Tiere vollkommen ungefährlich, auch für alle Haustiere und Zimmerpflanzen“, sagt Lorber. Ein Fliegengitter hindert die am Eindringen in Wohnungen und Häuser. „Man kann die Tiere auch zusammen sammeln und wieder hinausbefördern bzw. wenn es ganz viele sind, kann man sich auch überlegen, ob man die Tiere mit dem Staubsauger wegsaugt und den Staubsaugersack dann gleich entfernt“, so Lorber.

Alexander Lorber vom Pflanzenschutzdienst der Stadt zu den Wanzen:

In Europa gibt es die Baumwanzen erst seit ein paar Jahren - zunächst gesichtet in der Schweiz. „Bei uns in Österreich 2015 bestätigt. Sie kommen eigentlich aus Asien. In China und Japan sind sie ursprünglich heimisch. Bei ihnen ist halt das Problem, dass sie winterfest sind. Wenn sie geeignete Überwinterunsgmöglichkeiten finden, vermehren sie sich im Frühling wieder“, so Lorber.

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