Eingebrochen im Eis: So rettet man sich

Es knirscht, der Boden gibt nach und plötzlich ist man im eineinhalb Grad kalten Wasser: Eisschwimmer Josef Köberl zeigt, wie lebensgefährlich Eislaufen auf der Alten Donau sein kann und wie man sich im Ernstfall retten kann.

Allen Warnungen zum Trotz waren am Wochenende Eisläuferinnen und Eisläufer auf der Alten Donau unterwegs. Dabei kann gerade hier das Eis wegen der warmen Grundwasserströme sehr dünn sein. Eisschwimmer Josef Köberl machte für „Wien heute“ den Test - und brach absichtlich im Eis ein.

Ausstrecken, Strampeln, Robben

Eingetaucht im kalten Wasser kommt zuerst der Schock. Der Profi empfiehlt, in diesen Sekunden möglichst Ruhe zu bewahren. Um nicht unterzugehen, sollte man schon beim Einbrechen „in den Bauch atmen und die Arme ausstrecken“. So verschafft man sich mehr Platz zum Anhalten am Eis.

„Das Raussteigen soll so aussehen, dass man sich sehr lang macht im Wasser, die Füße unter die Eisdecke gibt, dann beginnt Kraulbeine zu machen und mit den Händen und mit den Füßen versucht, sich rauszuwinden“, so Köberl. Danach empfiehlt er, vorsichtig von der Einbruchsstelle auf der Eisfläche wegzurobben - am besten bis zum sicheren Land.

So rettet man sich aus dem Wasser

Eisschwimmer Josef Köberl zeigt in der Alten Donau, wie man sich selbst aus dem kalten Wasser befreien kann.

Keine Bewegung nach Unfall

Aber auch danach ist die Gefahr noch nicht ganz gebannt: Die eingebrochene Person sollte an einen warmen Ort gebracht werden und die nasse Kleidung ausziehen. Bewegung oder Warmreiben ist kontraproduktiv.

„Denn durch dieses Massieren kommt es dazu, dass das eiskalte Blut von der Peripherie in die lebenswichtigen Organe wie Hirn und Herz so rasch hineindringt, dass es zu unerwünschten Wirkungen führt“, sagt Milena Braunböck vom Chefärztlichen Dienst der Berufsrettung Wien. Im schlimmsten Fall kann das als Spätfolge einen Herzkreislaufstillstand auslösen. Man spricht dann vom sogenannten Bergungstod. Empfohlen ist, flach zu liegen und ruhig bleiben.

Eislaufen auf Alter Donau

ORF

Am Wochenende drehten manche auf der Alten Donau ihre Runden

Am sichersten ist es natürlich, Eis auf Naturgewässern derzeit zu meiden und auf künstliche Eislaufflächen auszuweichen - mehr dazu in Wien bekommt neuen Eislaufplatz (wien.ORF.at; 9.1.2019) und Premiere für Eistraum auf zwei Etagen (wien.ORF.at; 18.1.2019).

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