Heumarkt-Projekt für zwei Jahre auf Eis

Die Wiener SPÖ hat in der Diskussion um das geplante Hochhaus-Projekt am Heumarkt am Sonntag eine „zweijährige Phase“ des Nachdenkens angekündigt, in den kommenden zwei Jahren werde sich „gar nichts ändern“.

„In den nächsten zwei Jahren wird sich gar nichts ändern“, sagte der Wiener Landtagspräsident Ernst Woller (SPÖ) im Gespräch mit der APA. In einem aktuellen Gutachten des Denkmalrats ICOMOS zum Heumarkt-Projekt wurde ebenfalls empfohlen, die Planungen für zwei Jahre auszusetzen und mit dem Entwickler Alternativen zu erarbeiten, die mit dem UNESCO-Weltkulturerbe-Status vereinbar sind - mehr dazu in news.ORF.at.

Seit 2017 auf UNESCO-Liste

Die UNESCO hatte das historische Zentrum Wiens aufgrund der Pläne bereits im Juli 2017 auf die Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt.

Der Bericht sei „wenig überraschend“, betonte Woller. „Wir sind in sehr intensiven Gesprächen - fast täglich, wöchentlich - mit der UNESCO und mit ICOMOS“, sagte er. Das Gutachten sei „nicht das Ende der Diskussion“, sondern ein Teil davon - mehr dazu in news.ORF.at. Ziel der Stadt ist es, das Heumarkt-Projekt und auch den Erhalt des Weltkulturerbes unter einen Hut zu bringen.

Rendering neues Konzept für Heumarkt

Isay Weinfeld&Sebastian Murr

Das geplante Projekt am Heumarkt-Areal

Managementplan angekündigt

Neben der Nachdenkphase für die kommenden zwei Jahre und der Erstellung eines Managementplans, in den ICOMOS laut Woller einbezogen wird, betonte Woller, dass der Bund beauftragt sei, die soziokulturellen und sozioökonomischen Effekte des geplanten Projekts zu untersuchen. Es gäbe nun eine „Phase bis 2021, wo nichts radikal Neues passiert, schon gar keine Baumaßnahmen“. Dass sich in dieser Zeit nichts ändert, heiße auch, die Wiener Innenstadt bleibe auf der Roten Liste des bedrohten Weltkulturerbes.

Woller im Radio Wien-Interview zur zweijährigen Pause

Der Projektbetreiber hat laut Woller inzwischen eine Baubewilligung beantragt. Das sei ein normales Verfahren, das noch nicht begonnen habe. Zudem werde dieses ebenfalls etwa zwei Jahre dauern, betonte der Wiener Landtagspräsident. „Wir haben jetzt eine Phase vor uns, wo zwei Jahre lang alle ganz intensiv an dem Projekt arbeiten werden. Das Bundeskanzleramt, wir, auch der Projektbetreiber, teilweise auch die Gerichte. Und daher ist es nicht anzunehmen, dass vor 2021 mit einem konkreten Bau begonnen werden kann“, so Woller gegenüber Radio Wien.

Ernst Woller

APA/Georg Hochmuth

Woller: „Nicht anzunehmen, dass vor 2021 mit einem konkreten Bau begonnen werden kann“

Es ist nicht die erste Nachdenkphase für das Projekt. Im Mai 2016 hatte Planungsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) die umstrittenen Umgestaltungspläne gestoppt und dem Vorhaben eine „Nachdenkpause“ verordnet.

Entscheidung über Umweltverträglichkeitsprüfung

Im Rahmen der Neugestaltung des Areals zwischen dem Hotel Intercontinental und dem Konzerthaus ist unter anderem die Errichtung des Hochhauses mit einer Höhe von 66 Metern geplant. Der Investor des Hochhausprojekts ist Michael Tojner.

Pause für Heumarkt-Projekt

In das Projekt „Heumarkt neu“ ist wieder gehörig Bewegung gekommen. Die Wiener SPÖ verfügte am Sonntag schließlich eine Pause.

Beim dem Projekt könnte es außerden noch zu einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) kommen. Das Bundesverwaltungsgericht befasst sich am Montag mit dieser Frage. Eine UVP könnte weitreichende Folgen haben - mehr dazu in Heumarkt: Gericht entscheidet über UVP.

Weil die richterliche Entscheidung noch aussteht, ob es eine UVP gibt oder nicht, „hat die Baupolizei bisher noch nicht zu dieser Verhandlung einberufen, weil wir zuerst wissen wollen, unter welchen Bedingungen die Baubewilligung verhandelt werden soll“, sagt Woller.