Brand in Simmering: „Bild der Verwüstung“

Nach dem Wohnhausbrand in Simmering am Wochenende sind die Brandermittler dabei, die Ursache für das Großfeuer heauszufinden. Die Arbeiten gestalten sich aber sehr schwierig, denn das Ausmaß der Zerstörung ist enorm.

„Ich habe ein solches Ausmaß und eine solche Zerstörung in einem Wohngebäude in Wien seit 1991 noch nicht erlebt. Es fehlt die komplette Dachdeckung, die Wohnungen sind alle nach oben offen. Es gibt kaum noch Zwischenwände. Der Schutt liegt zum Teil meterhoch. Es ist ein einziges Bild der Verwüstung“, schildert der Brandermittler Armin Ortner in „Wien heute“ die aktuelle Lage in jenem Wohnhaus in Simmering, das am Samstag stundenlang in Flammen stand.

Armin Ortner, Chef der Brandermittler der Wiener Polizei

ORF

Brandermittler Armin Ortner am Ort des Brandes

Suche nach Brandursprung

Auch am Montag waren Arbeiter einer Spezialfirma am Dach des Hauses im Einsatz. Sie zerkleinern das, was das Feuer hier oben übrig gelassen hat, um es Stück für Stück zu entfernen: „Das ist zum einen notwendig, weil durch Wind und Wetter es dazu führen kann, dass diese Elemente immer noch abstürzen können. Es finden diese Arbeiten aber auch statt, um die Gebäudestatik zu entlasten“, erklärt Feuerwehrsprecher Lukas Schauer.

Nur einige wenige Bewohner der unteren Stockwerke durften heute in das Haus, um Dokumente und andere wichtige Dinge zu holen. Auch Ortner und sein Team an Brandermittlern der Polizei haben sich erstmals ein Bild von der Brandruine im Dachgeschoß gemacht. Sie sichten derzeit die Videos und Fotos des Feuers - so will man den Brandherd so genau wie möglich eingrenzen. Das Feuer dürfte im Bereich der Stiege 4 in einem der oberen Bereiche des mehrstöckigen Gebäudes in der Simmeringer Hauptstraße/Ecke Enkplatz ausgebrochen sein.

Erste Ergebnisse dauern noch

Erst dann geht’s an die Ursachenforschung: „Der Enstehungsbereich wird dann penibelst nach der Zündquelle durchsucht, und wenn eine Zündquelle festgelegt werden konnte, beginnen die tatsächlichen Ermittlungen mit Vernehmungen, Zeugenausforschungen, etc.“ Momentan steht man mit den Ermittlungen noch am Anfang. Bis zu zwei Wochen kann es dauern, bis es erste Ergebnisse gibt.

Ermittlungen nach Großbrand in Simmering

Noch immer können Teile des Daches nach dem Großbrand in Simmering abstürzen. Die Straßen bleiben gesperrt. Die Brandermittler werten Videos und Fotos aus um der Ursache auf die Spur zu kommen.

Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs sei nach ersten Erkenntnissen jedenfalls keine größere Baustelle in dem Gebäude eingerichtet gewesen, sagte Polizeisprecher Harald Sörös. „Ob es in einer Wohnung Bauarbeiten gab, ist derzeit nicht bekannt.“ Das aus zehn Stiegen bestehende ältere Haus war erst vor einigen Jahren rundum saniert worden - mehr dazu in Nach Brand: Ursache weiter unklar.

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