Radio-Wien-Gesundheitstalk zum Nachhören

Ein ganzes Monat lang hat Radio Wien die Gesundheit in den Mittelpunkt gestellt und Hörer und Hörerinnen bei ihrem persönlichen Coaching begleitet. Beim großen Abschluss-Gesundheitstalk gab es Resumé, Ratschläge und Ausblicke.

Der Andrang im WeXelerate war groß, und auch am Podium wurde der Platz knapp, wo Radio-Wien-Programmchefin Jasmin Dolati eine hochkarätige Expertenrunde begrüßt hat. Onkologe Heinz Ludwig erläuterte, was jeder vorbeugend tun kann, von ihm unter den „5 L“ zusammengefasst. „Leichter leben“ könne zum Beispiel regelmäßiges Fasten bedeuten, das die Zellgesundheit fördert. Auch die Wichtigkeit der Vorsorgeuntersuchung strich er einmal mehr hervor: „Besonders bei der Darmspiegelung haben wir eine hohe Erfolgsquote.“ Aber auch, wenn man von Krebs betroffen ist, sind die Heilungschancen in vielen Fällen schon sehr gut.

Das war der Radio-Wien-Gesundheitstalk:

Podium Gesundheitstalk spezial

G. Langegger

Psychische Krankheiten möglichst früh behandeln

Psychiaterin und Psychotherapeutin Alexandra Schosser erklärte, warum auch psychische Krankheiten eine körperliche Komponente haben: „Es lässt sich immer nachweisen, dass die hormonelle Balance im Hirn gestört ist - vieles Zusammenhänge kennen wir allerdings noch nicht.“ Bei Warnzeichen wie Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, Schlafproblemen, Konzentrationsschwäche und ähnlichem empfahl sie, schnell Hilfe zu suchen. „Je früher eine Behandlung einsetzt, desto besser ist die Prognose.“ Sie selbst verfolgt in der Therapie ein verhaltenstherapeutisches Konzept, vor allem in Form der Schematherapie, die „Lebensmuster“ aufspürt, die das Verhalten mitunter negativ beeinflussen prägen. In der Therapie wird ein konstruktiver Umgang mit diesen Mustern eingeübt.

Einblicke ins Thema Ernährung gab es von Ernährungsberater Axel Dinse, der Radio-Wien-Hörer Josef Proisl in den letzten Wochen beraten und ihm geholfen hat, 5 Kilo abzunehmen. „Allgemeingültige Regeln gibt es kaum,“ stellte er fest, „bio, regional und saisonal zu essen ist sicher sinnvoll, auch den Anteil pflanzlicher Nahrung zu erhöhen ist eine gute Idee." Abgesehen davon würde er mit jedem Klienten einen individuellen Plan entwickeln, der auch langfristig umsetzbar sei und auf persönliche Bedürfnisse und Vorlieben Rücksicht nimmt. Bei Trends mahnt er zur Vorsicht, zum Beispiel beim aktuellen Vegan-Trend."Ich weise dabei auch auf Risikofaktoren hin, wie z.B. Mangel an bestimmten Nährstoffen.“

Vernünftig essen statt strikte Verbote befolgen

Best Of Gesundheitstalk
Montag, 8. Oktober, 19.00 Uhr

Und bei allem Gesundheitsbewusstsein trat er auch für einen entspannten Zugang zur Ernährung ein: „Wenn man 80% vernünftig isst und 20% unvernünftig, ist das schon recht gut. Weihnachtskekse zum Beispiel dürfen schon auch einmal sein.“ Zu rigide Pläne und Verbote würden meistens zu Heißhungerattacken führen. Bei Josef Proisl hat seine Taktik jedenfalls gut funktioniert: „Ich hab es gut durchgehalten, vor allem am Abend keine kohlenhydratreichen Speisen mehr zu essen.“

Nicht nur das körperliche Training, sondern der ganzheitliche Zugang zu Gesundheit und Wohlbefinden ist das Erfolgsrezept von Coach und Sportwissenschaftler Haris Janisch. „Es geht darum, die Selbstheilungskompetenz des Körpers zu aktivieren.“ So sei in unseren fordernden Berufswelten zuallererst der richtige Umgang mit Stress wesentlich. Heilsame Beziehungen zu führen und Oasen der Ruhe im Alltag zu finden würden die inneren Kraftquellen erschließen. Dass Fitness in vielen Varianten im Trend liegt, begrüßt er dennoch sehr. „Zum Beispiel sanfte Mobilisierungsübungen aus dem Yoga, die man ganz einfach in den Alltag einbauen kann.“ Daneben sei aber auch das bewusste Muskeltraining wichtig.

Allmählich auch bei Männern höheres Bewusstsein

Herausgeberin Uschi Fellner bemerkte, jetzt schon durchs Zuhören viel motivierter zu sein, wieder öfter Sport zu betreiben, was durch ihren dicht gefüllten Terminkalender tatsächlich manchmal nicht einfach sei. Dass Gesundheit nach wie vor überwiegend ein Frauenthema ist, bedauerte sie, ortete aber ein langsames Ansteigen des Bewussteins auch bei Männern. „Da muss man offen darüber sprechen und Tabus ausräumen, denn ich glaube, Männer haben manchmal Scheu, zum Arzt zu gehen.“ Den Frauen wiederum empfahl sie größere Gelassenheit mit dem Thema Alter. „Es ist doch toll, 50 oder 60 zu sein und dazu zu stehen, trotz ein paar Falten!“

Beim anschließenden Get-Together wurden Erfahrungen ausgetauscht, Detailfragen von den Experten beantwortet, und Tipps fürs gesunde Leben unter den Gästen, Coaching-Kandidaten und Experten ausgetauscht. Regelmäßige Bewegung war dabei ganz oben auf der Liste der bevorzugten Gesundheitsrezepte, am besten an der frischen Luft: Walken, Wandern, Skifahren, Laufen, aber auch Gartenarbeit. Und auch auf die seelische Ausgeglichenheit wurde nicht vergessen: vom Stressabbau, um beruflichen Druck oder auch psychische Belastungen abzuschütteln, über gute Gespräche mit Freunden bis hin zum vielen Lachen - was ja auch eines der 5 „L“ von Heinz Ludwig darstellt.

Übungen, Erfahrungsaustausch, Expertenrat

Eine Gruppe besonders ambitionierte Zuhörer probierten gleich an Ort und Stelle Entspannungsübungen unter der Anleitung von Bewegungscoach Martin Kowarik, der Radio-Wien-Hörerin Gunda Hutter-Freudenthaler in den letzten Wochen die Freude an der Bewegung nähergebracht hatte. Alles in allem, ein Abend ganz im Zeichen des ganzheitlichen Wohlbefindens, bei dem viele wichtige Themen berührt wurden, um die Sensibilität und das Bewusstsein dafür zu steigern.

Und selbstverständlich gilt für Radio Wien, dass auch nach Abschluss des Gesundheitsmonats die Gesundheit künftig ein fixer Bestandteil des Programms bleiben wird. Ob Bewegung, Ernährung, seelische Gesundheit, Krankheitsprophylaxe oder Behandlungsmethoden - mit Radio Wien sind die Hörerinnen und Hörer immer gut informiert, was ihre Gesundheit betrifft.