Teilnehmer an der 22. Wiener Regenbogenparade 2017
APA/Herbert Neubauer
Politik

Regenbogenparade: JVP nicht erwünscht

Die Junge Volkspartei (JVP) Wien darf nicht an der Regenbogenparade teilnehmen. Der Veranstalter hat einen Beitrag abgelehnt. Man fürchte, dass die „eigene Profilierung“ im Vordergrund stehe, so die Begründung.

Man freue sich, dass immer mehr Menschen für die Akzeptanz und die Rechte von LGBTIQ-Personen (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, intergeschlechtliche und queere Menschen) auf die Straße gehen würden, schreibt der Veranstalter der Parade, die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien. „Allerdings gibt es mit ihrer zunehmenden Bedeutung auch Gruppen, die mehr von diesem Prestige angelockt sind als von der Solidarität, bei denen die eigene Profilierung im Vordergrund steht.“

Weiter heißt es in der Aussendung: „Das liegt bei der JVP Wien nahe, die einen Beitrag zur Regenbogenparade anmelden wollte.“ Man habe die JVP daher um eine Stellungnahme gebeten und diese – ebenso „wie ihre tatsächliche politische Arbeit“ geprüft. Dabei habe man festgestellt, dass im Programm der nun abgewählten Regierung „LGBTIQ-Personen der ÖVP keine einzige Erwähnung wert“ gewesen seien.

Regenbogenparade: JVP nicht erwünscht

Die Junge Volkspartei (JVP) Wien darf nicht an der Regenbogenparade teilnehmen. Der Veranstalter hat einen Beitrag abgelehnt. Man fürchte, dass die „eigene Profilierung“ im Vordergrund stehe, so die Begründung.

Vertreter der JVP stimmten gegen EuroPride

"Es haben sogar die JVP-Gemeinderätinnen 2018 gegen die Subvention für die EuroPride Vienna gestimmt. Wenn es nach der JVP gegangen wäre, gäbe es heute keine EuroPride in Wien“, so Katharina Kacerovsky, Veranstalterin der EuroPride Vienna. Man könne nicht „364 Tage im Jahr Politik gegen Akzeptanz und gleiche Rechte machen, und sich dann am 365. Tag unterm Regenbogen abfeiern lassen“, wird Moritz Yvon, Obmann der HOSI Wien zitiert.

„Werbung ohne Substanz“ werde es im Wahlkampf genug geben, heißt es weiter. Man sei aber offen für Gespräche und habe der JVP angeboten, sich zusammenzusetzen und auszutauschen: "Wenn es ein ernstzunehmendes Umdenken gibt, sieht die Sache dann anders aus“, so Yvon.

Interview: 40 Jahre HOSI in Wien

Seit 40 Jahren gibt es die HOSI in Wien. Obmann Yvon verteidigt den Ausschluss der JVP und erklärt, warum es die HOSI immer noch braucht.

JVP sieht „falsche“ Entscheidung

Bei der JVP stößt die Entscheidung der Veranstalter auf Unverständnis: Sei der „überparteiliche Schulterschluss für die Sache“ doch „genau der Gründungs- und Ursprungsgedanke der Regenbogenparade“. Daher sei die Entscheidung „keine die meiner Auffassung nach dem Charakter dieser Veranstaltung entspricht und ist somit schlicht falsch“, so der Landesobmann der JVP Wien Nico Marchetti. In anderen Ländern sei es selbstverständlich, dass auch konservative Parteien an der Parade teilnehmen würden.

„Ja, in der Vergangenheit haben sich diese und auch die ÖVP nicht mit Ruhm bekleckert, wenn es um die Rechte von Homosexuellen gegangen ist. Dieses Argument ist auch nicht zu relativieren“, so Marchetti. Die JVP habe sich allerdings unter anderem für die „Ehe für alle“ eingesetzt. Daher sei es umso wichtiger, auch hier mehr Bewusstsein zu schaffen und „die Kräfte, denen Gleichberechtigung ein ehrliches Anliegen ist, zu stärken“. Man werde die Teilnahme nächstes Jahr jedenfalls wieder anstreben – „unsere Hand bleibt ausgestreckt“.