Elfriede Ott mit Hut im Stück „Eine etwas sonderbare Dame“, 2008/2009
Theater in der Josefstadt/ Rita Newman
Kultur

Trauer um Ott: „Beliebt und bewundert“

Zu unzähligen Trauerbekundungen hat das Ableben der Schauspielerin und Josefstadt-Doyenne Elfriede Ott am Mittwoch geführt. Ott war in der Nacht auf Mittwoch im Alter von 94 Jahren gestorben.

Mit Ott verliere die Republik „eine ihrer beliebtesten und profiliertesten Schauspielerinnen“, zollte Bundespräsident Alexander Van der Bellen der Verstorbenen seinen Respekt. „Besonders in typisch österreichischen Rollen begeisterte sie jahrzehntelang ein dankbares Publikum und spielte sich in die Herzen der Theaterbegeisterten“, so Van der Bellen weiter.

Elfriede Ott
APA/Robert Jäger
Elfriede Ott im Jahr 2000 anlässlich ihres 75. Geburtstags

Eh wurscht, 2011
Theater in der Josefstadt/ Rita Newman
Ott im Stück „Eh wurscht“ von Franz Wittenbrink im Theater in der Josefstadt mit Oliver Huether, 2010
Elfriede Ott mit Hut im Stück „Eine etwas sonderbare Dame“, 2008/2009
Theater in der Josefstadt/ Rita Newman
In „Eine etwas sonderbare Dame“ in den Wiener Kammerspielen, 2008
Elfriede Ott mit Hut im Stück „Eine etwas sonderbare Dame“, 2008/2009
Theater in der Josefstadt/ Rita Newman
In „Eine etwas sonderbare Dame“ in den Wiener Kammerspielen, 2008
Elfriede Ott mit riesigem Teddy im Stück „Eine etwas sonderbare Dame“, 2008/2009
Theater in der Josefstadt/ Rita Newman
Ott in „Eine etwas sonderbare Dame“ in den Kammerspielen, 2008/2009
Generalvikar Helmut Schüller und Schauspielerin Elfriede Ott
APA/Ulrich Schnarr
Generalvikar Helmut Schüller (l.) und Schauspielerin Ott im Jahr 2000
Elfriede Ott beim Life Ball 2002
APA/Herbert Pfarrhofer
Ott beim Life Ball 2002
Großes Silbernes Ehrenzeichen an Elfriede Ott
APA/Herbert Pfarrhofer
Bei der Verleihung des Silbernen Ehrenzeichens 2002
Fernsehmoderator Heinz Nussbaumer, Elfriede Ott und Adoptivsohn David Goran
APA/Herbert Pfarrhofer
Journalist und Fernsehmoderator Heinz Nußbaumer, Ott und Adoptivsohn Goran David
Fritz Muliar und Elfriede Ott in Felix Mitterers „Der Panther“
APA/Moritz Schnell
Fritz Muliar und Ott in Felix Mitterers „Der Panther“, 2007
Elfriede Ott
APA/Herbert Pfarrhofer
Zum 85. Geburtstag 2010
Elfriede Ott bei einer Probe von „Arsen und Alte Spitzen“ in den Kammerspielen
APA/Harald Schneider
Ott (2. v. l.) als Abby Brewster , Erni Mangold (l.) als Martha Brewster , Fritz Egger (hinten links) als Mortimer Brewster und Ossy Kolmann (r.) als Mr. Witherspoon in der Fotoprobe zu „Arsen und alte Spitzen“, 2004
Elfriede Ott bei einer Buchpräsentation
APA/Herbert Pfarrhofer
Bei der Buchpräsentation „Auch lachen kann man lernen – Meine jüdischen und andere Witze“, 2015
Elfriede Ott und Erwin Steinhauer
APA/Herbert Pfarrhofer
2010 mit Erwin Steinhauer

„Bis ins hohe Alter vermochte Elfriede Ott ihr Talent auf der Bühne, im Fernsehen und Film einzusetzen, wofür sie generationenübergreifend bewundert wurde.“ Zudem habe sie sich stets für nachkommende Bühnentalente engagiert. „Wir alle werden Elfriede Ott ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren.“

„Bedeutendes Stück Theatertradition“ verschwindet

Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) sieht mit Ott ein „bedeutendes Stück Wiener Theatertradition“ verschwinden. „Mit unverwechselbarer Raffinesse gelang es ihr, selbst einfache Texte der Trivialität zu entheben und Kultstatus erlangen zu lassen.“ Dabei blieb Ott „bodenständig, herzlich sowie Wien und seinen Bewohnern verbunden. Wir verneigen uns vor einer Großen, die man in dieser Stadt zu Recht und mit liebevollen Respekt ‚die Ott‘ nennt.“

Betroffen zeigte sich auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda. „Heute ist ein trauriger Tag für das Theater und die Kultur. Mit Elfriede Ott ist eine der ganz Großen von uns gegangen.“

Dank für die Nachwuchsförderung

Der Erste Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) beschrieb Ott in einer Aussendung als „große Schauspielerin, die es nicht nur im Theater an der Josefstadt schaffte, die österreichische Lebensweise auf die Bühne zu bringen“. Nicht zuletzt für ihre Nachwuchsförderung „gilt unser besonderer Dank“. Ex-Kulturminister und Wiens ÖVP-Landesparteiobmann, Gernot Blümel, verwies auf ihre Leistungen auf den Bühnen der Stadt, hielt aber auch fest: „Durch ihr vielseitiges Talent prägte sie nicht nur die Theaterlandschaft, sondern begeisterte die Menschen auch als Kabarettistin und Kino-Schauspielerin.“

Von einem großen Verlust sprach auch Gerald Ebinger, Kultursprecher der Wiener FPÖ: „Ihr Engagement für das Theater und den Nachwuchs wird eine tiefe Lücke in der heimischen Kulturlandschaft hinterlassen.“ Ebinger kündigte zudem einen Antrag seiner Partei im Wiener Rathaus an, um eine geeignete Straße oder einen geeigneten Platz nach Ott zu benennen.

Dass die Schauspielerin die Theater- und Filmlandschaft geprägt hat, betonte NEOS-Kultursprecher Sepp Schellhorn: „Das Wiener Urgestein begeisterte mehr als ein halbes Jahrhundert ihr Publikum, egal ob auf der Bühne oder auf der Leinwand.“ Sie werde auch „nach ihrem Tod für ihr Wirken und ihre Leistungen unvergessen bleiben“.

Große Trauer im Theater in der Josefstadt

Große Trauer herrschte in Otts Stammhaus, dem Theater in der Josefstadt. „Mit Elfriede Ott geht eine große Persönlichkeit von uns, schauspielerisch wie menschlich“, erklärte Direktor Herbert Föttinger. Sie war „zweifellos eine herausragende Komödiantin und eine der außergewöhnlichsten Volksschauspielerinnen Österreichs. Als solche war sie bekannt und beliebt, als solche hat sie sich in die Herzen des Publikums gespielt.“