Die neu aspahltierte Hauptallee
ORF
ORF
Sport

Hauptallee für Rekordversuch neu asphaltiert

Die Prater-Hauptallee ist neu asphaltiert worden. Bezahlt hat das ein britischer Chemiekonzern, der einen Weltrekordversuch in der Hauptallee im Oktober sponsert. Dabei soll ein Marathonläufer erstmals die Strecke unter zwei Stunden laufen.

Es sollen die besten Bedingungen für den Weltrekordversuch geschaffen werden. Dazu gehört die Jahreszeit, das Klima und auch der Boden: Der Asphalt ist aber nicht überall eben, daher rollten die Baufahrzeuge an und asphaltierten die Prater-Hauptallee neu, berichtete „Der Standard“. Der Stadt entstehen dadurch keine Kosten, bestätigte das Büro von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) gegenüber Radio Wien. Für den Weltrekordversuch Mitte Oktober werde die Stadt aber als Partner bereit stehen.

Erster Versuch in Monza gescheitert

Geplant ist, dass der 34-jährige Kenianer Eliud Kipchoge auf der Prater Hauptallee viereinhalb Mal hin- und herläuft und die Marathondistanz von exakt 42,195 Kilometern erstmals unter zwei Stunden schafft. Auskunft über seinen Weg zu den 42,195 km in der Prater-Hauptallee gab Kipchoge in seinem Kenia-Trainingscamp in Kaptagat. Dort spult er wöchentlich 200 bis 220 km ab, um für seinen bisher größten Lauf gerüstet zu sein.

Die „INEOS 1:59 Challenge“ ist für Samstag, 12. Oktober angesetzt. Für danach ist ein Zeitfenster bis 20. Oktober eingeplant, um für den Lauf die möglichst besten Rahmenbedingungen auszuwählen. Entscheidender Faktor dabei ist natürlich das Wetter. Fixpunkte sind hingegen Parameter wie die flache, mehrheitlich gerade Strecke, die Rundum-Organisation sowie die Schrittmacher.

Fotostrecke mit 4 Bildern

Hier ist der Übergang zwischen altem und neuem Asphalt
ORF
Neuer Belag für die Hauptallee
Hier ist der Übergang zwischen altem und neuem Asphalt
ORF
Unregelmäßigkeiten sollten nun behoben sein
Die neu aspahltierte Hauptallee
ORF
Vier Mal hin und retour muss der Kenianer am 12. Oktober laufen
Hier ist der Übergang zwischen altem und neuem Asphalt
ORF
Hier sieht man den Übergang vom alten zum neuen Belag

Mit der Hilfe von „Pacemakern“ soll die Schallmauer durchbrochen werden. Am 6. Mai 2017 hat es Kipchoge schon einmal versucht, blieb bei „Breaking2“ auf der Formel-1-Strecke in Monza in 2:00:25 Std. nicht so weit über der Zielmarke. Dabei fiel er erst bei Kilometer 35 hinter seine Marschroute zurück. Seither habe sich am Lauftraining nichts geändert, aber im Psychischen. „Die Änderung betrifft die mentale Vorbereitung. Da bin ich diesmal besser vorbereitet“, merkte der Ausnahme-Athlet an.

11 bis 12 Grad ideal

Im November 2016 habe er erstmals daran gedacht, dass es möglich sei, unter zwei Stunden zu laufen. Eine Woche vor dem 12. Oktober will Kipchoge in Wien landen, sich auf dem 4,4-mal zu bewältigenden 9,6-km-Kurs zwischen Lusthaus und Praterstern einjoggen. „Es ist ein flacher und langer Kurs“, ließ Kipchoge erkennen, warum Wien den Vorzug für dieses Projekt erhalten hat. „Ein gerader Kurs erlaubt mir, ein gleichmäßiges Tempo zu laufen.“

Der Oktober sei eine gute Zeit für einen Marathon, das Wetter in Wien in dieser Zeit für gewöhnlich günstig. „11 bis 12 Grad wäre eine ideale Temperatur“, ließ der 34-Jährige wissen. Wien sei auch Sport-Stadt. „Die Leute in Wien lieben den Sport. Ich hoffe, sie werden mich pushen.“ Seinen gültigen Weltrekord hat er am 16. September des Vorjahres beim Berlin-Marathon mit 2:01:39 Stunden aufgestellt, wobei er die davor gültige Bestmarke seines Landsmanns Dennis Kimetto um gleich 1:18 Minuten unterbot.

Der Kenianer Eliud Kipchoge gewinnt den 45. BMW-Berlin-Marathon in 2:01:39 Stunden.
APA/dpa/Soeren Stache
Kipchoge will als Erster unter zwei Stunden laufen

Wird nicht in Weltrekordlisten aufgenommen

Kipchoge ist Olympiasieger von Rio de Janeiro 2016 und auf der Bahn 5.000-m-Weltmeister von Paris 2003. Elf seiner bisherigen zwölf Marathons hat er gewonnen. Darunter waren vier bzw. drei Siege bei den Klassikern in London und Berlin. Eine Marke in Wien unter zwei Stunden würde er freilich höher einschätzen als seine bisherigen, zweifellos großen Erfolge, meinte Kipchoge bei diesem Medien-Termin.

Prater Hauptalle für Rekordversuch neu asphaltiert

Die Prater Hauptallee ist neu asphaltiert worden. Bezahlt hat das ein britischer Chemiekonzern, der einen Weltrekordversuch in der Hauptallee im Oktober sponsert. Dabei soll ein Marathonläufer erstmals die Strecke unter zwei Stunden laufen.

Ungeachtet des Ausgangs wird Kipchoges Wien-Zeit wegen der „labor-ähnlichen“ Bedingungen nicht in die Weltrekordlisten aufgenommen werden. Für ihn sei es aber auch wichtig, das Team mit Coach, Management und Sponsor Ineos um sich zu haben. Die Nichtführung als Weltrekord mindert für ihn die Bedeutung des Projekts nicht: „Es ist nicht wegen der offiziellen Anerkennung, es geht um die Geschichte.“

34 Jahre sei das richtige Alter, um Geschichte zu schreiben. „Ich glaube nicht an Grenzen. Mein Ziel in Wien ist es, die Barriere von zwei Stunden zu durchbrechen. Einige Leute glauben, es ist unmöglich. Ich weiß, dass es passieren wird. Wir werden beweisen, dass die Zweifler falsch liegen. Es geht um Geschichte und darum, ein Vermächtnis im Sport zu hinterlassen.“