Luftansicht Flughagen Wien-Schwechat
ORF.at/Christian Öser
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Wirtschaft

Flugexperte: Wien-Flüge „bleiben billig“

Der Preiskampf der Fluggesellschaften am Flughafen Wien, wird für die Passagiere auch in der nächsten Zeit noch „eine Fülle an billigen Tarifen“ bringen, sagt Luftfahrtexperte Kurt Hofmann gegenüber „Wien heute“.

Die AUA plant einen drastischen Stellenabbau. 700 bis 800 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seien voraussichtlich betroffen. Zuvor hatte die Fluglinie bis Ende 2021 Einsparungen von 90 Millionen Euro im Jahr angekündigt. Als Grund führte AUA-Chef Alexis von Hoensbroech in erster Linie die hohe Kapazität an Billigfliegern in Wien und den enormen Preiskampf an – mehr dazu in news.ORF.at.

Der österreichische Luftfahrtexperte, Kurt Hofmann, der als Berater für die Luftfahrbranche arbeitet, konstatiert dem Flughafen Wien einen der „intensivsten Wettkämpfe unter Fluglinien in ganz Europa“. Und dieser Preiskampf führt zu billigen Tickets für die Passagiere. „Sie werden auch nächstes Jahr, wenn voraussichtlich 35 Flugzeuge von Billigairlines in Wien stationiert sind, nach wie vor eine Fülle an billigen Tarifen haben. Und hier muss die AUA Paroli bieten, sie muss auch günstig anbieten, damit sie auch hier ihre Passagiere hat“, so Hofmann gegenüber „Wien heute“.

Studiointerview mit Kurt Hofmann

Im Studio analysiert der Luftfahrtexperte den AUA-Sparkurs und die Folgen.

„Nicht so schnell“ teurere Tickets

Nach der Nach der Pleite der Airberlin hätten viele Fluglinien erkannt, wie attraktiv Wien ist, so Hofmann. Der Flughafen Wien habe sich auch mehr zu Billigfluglinien geöffnet. „Die haben Analysen gemacht, wie attraktiv Wien ist und haben festgestellt, hier wollen wir her. Aber keiner hat damit gerechnet, dass sich dann so ein Billigflugverkehrswettkampf intensiviert“. Hofmann glaubt, dass alle Beteiligten, sei es „AUA, Lauda, Wizzair und andere überrascht waren, wie das hier explodiert“.

Aufgrund des harten Preiskampfes werden sich auch Airlines wieder aus Wien zurückziehen. „Die AUA will das logischerweise nicht. Deshalb nehmen viele Billigairlines Geld in die Hand, um hier zu bleiben. Wer weniger Geld hat, wird sich zurückziehen, dann wird sich auch der Preiskampf konsolidieren. Dann werden auch die Tickets irgendwann wieder teurer. Aber das wird in Wien nicht so schnell passieren. Dazu ist der Flughafen zu sehr umkämpft“, sagt Hofmann.