Innenräume Postsparkasse
Hagen Stier, 2015
SIGNA/Stefan Seelig
BILDUNG

Kunst und Forschung in der Postsparkasse

Neues Leben für die Postsparkasse: Gemeinsam mit der Angewandten und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) wird die Johannes Kepler Universität (JKU) Linz ein Teil des neuen Zentrums für Künste und Wissenschaften. 2021 soll es losgehen.

In Otto Wagners Postsparkasse wird es künftig also nicht mehr um Geld, sondern um Wissen gehen. Drei Institutionen werden dabei interdisziplinär zusammenarbeiten: die Akademie der Wissenschaften, die JKU Linz sowie die Universität für angewandte Kunst. Das von Wagner entworfene Haus zählt zu den wohl bekanntesten Jugendstilgebäuden Wiens.

Teilweise öffentlicher Zugang

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hat kürzlich einen Baurechtsvertrag mit dem Besitzer der Liegenschaft, der Firma Signa Prime Selection von Immobilieninvestor Rene Benko, unterzeichnet. Im Zuge dessen übernehme man das „Baujuwel“ Anfang kommenden Jahres und beginne dann mit den Adaptierungsarbeiten, hieß es. Das neue Nutzungskonzept sieht das Gebäude als Treff- und Orientierungspunkt für Forschende, Lehrende und Studierende verschiedener Fächer und Disziplinen. Damit soll das Haus zumindest teilweise öffentlich zugänglich bleiben.

Die große Kassenhalle im Postsparkassengebäude
SIGNA/Stefan Seelig
Eingangsbereich der ehemaligen Postsparkasse

Erste Mieter sollen im Herbst 2020 in Räume ziehen, die baulich relativ rasch adaptiert werden können. 2021 werden dann die weiteren vorgesehenen Bereiche der ÖAW, Angewandten, Uni Linz und des MAK folgen. Die Gesamtgebäudefläche werde rund 40.000 Quadratmeter betragen. Über die Höhe der notwendigen Investitionen könne man erst nach der Übernahme der Liegenschaft Angaben machen. Ein finaler Plan zur Nutzung der zukünftigen Räumlichkeiten werde erst erstellt, so die BIG.

Unis ziehen ihre Standorte zusammen

Die Angewandte will rund ein Drittel der Räumlichkeiten von der BIG anmieten. Das MAK werde Bereiche im ersten Stock museal nutzen. Rund 6.000 bis 8.000 Quadratmeter werden für bisher „über die Stadt verstreute Universitätsexposituren“ der Angewandten zur Verfügung stehen. Auf weiteren 2.000 Quadratmetern will die Kunstuniversität neue Forschungs- und Lehreinheiten etablieren.

Die JKU verstärkt mit der Postsparkasse ihre Präsenz in Wien. Die JKU hat bisher einen Standort in der Strozzigasse in der Josefstadt. Es handelt sich dabei um ein Fernstudienzentrum. Zugleich will die JKU am neuen Standort neue Schwerpunkte und Akzente setzen.

Die Akademie der Wissenschaften wiederum kann ihre in Wien verteilten Einheiten räumlich bündeln. Für die Akademie bedeutet das nach eigenen Angaben nicht nur eine notwendige Verbesserung ihrer Gebäudeinfrastruktur, sondern auch eine Senkung der Standortkosten. Eine Ansiedelung gleich mehrerer Wissenschafts- und Kunstinstitutionen in einem Haus fördere zudem Kooperationen, heißt es aus der ÖAW.