Gesundheit

Hoffnung für todkranke Krebspatienten

Krebspatienten von häufigen Krebsarten können durch eine maßgeschneiderte Therapie Hoffnung schöpfen. Eine Studie zeigt, dass es selbst in einem unheilbaren Stadium der Krankheit experimentelle Therapieansätze geben kann, die das Leben verlängern können.

40.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Österreich an Krebs. In einem metastasierten, nicht heilbaren Stadium haben Therapien zum Ziel, die Lebensqualität zu verbessern bzw. das Gesamtüberleben zu verlängern. In manchen Fällen versagen jedoch alle herkömmlichen Therapien, sodass eine Krankheitskontrolle nicht mehr möglich ist und die Tumorerkrankung weiter fortschreitet.

Forscherinnen und Forscher des Comprehensive Cancer Center (CCC) der MedUni Wien und des AKH Wien konnten nun zeigen, dass die Präzisionsmedizin hier neue Wege öffnet. Geholfen wird durch die Präzisionsmedizin Patientinnen und Patienten, bei denen alle Standardtherapien bereits ausgeschöpft wurden, vor allem bei häufigen Krebsarten wie Lungen, Dickdarm oder Gallengangskrebs.

Molekulares Profil gibt Hinweise auf Therapie

Dabei wird mittels einer molekularbiologischen Analyse der individuelle Mechanismus des Tumors untersucht, erklärte der Krebsforscher Gerald Prager von der Universitätsklinik gegenüber Radio Wien: „Hier zählt es bereits zum Standard, bei nicht heilbaren Stadien der Erkrankungen ein molekulares Profil zu erstellen und dem Patienten eine zielgerichtete, individualisierte Therapie anzubieten.“

Med Uni AKH Gebäude von außen
© MedUni Wien/ AKH Wien/ Houdek
Am Gelände des AKH Wien wird ab 2022 ein Zentrum für Präzisionsmedizin errichtet

Mit Hilfe dieser maßgeschneiderten Therapie kann Menschen geholfen werden, das Leben zu verbessern oder zu verlängern. Das Konzept der Präzisionsmedizin ist schon länger bekannt und seine Wirksamkeit auch belegt. An wenigen Standorten weltweit ist es allerdings bisher gelungen, es auch in der Praxis zu etablieren.

Zentrum für Präzisionsmedizin am Gelände des AKH geplant

Denn neben der entsprechenden Infrastruktur für die molekularbiologischen Analysen und dem Know-how der Expertinnen und Experten, das für ihre Interpretation nötig ist, müssen auch die Strukturen im klinischen Alltag vorhanden sein, damit Patientinnen und Patienten entsprechend rasch behandelt werden können. Um diesen Forschungszweig und die Entwicklung neuer maßgeschneiderter Therapien voranzutreiben, errichtet die MedUni Wien ab 2022 das Zentrum für Präzisionsmedizin am Gelände des AKH Wien.