Eine junge Frau geht durch Sprühnebel
APA/Georg Hochmuth
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Chronik

Zwei Bezirke gegen kühle Straßen

In drei Bezirken sind im vergangen Sommer kühle Straßen eingeführt worden: Parkplätze kamen weg, dafür kamen Wasserspender, Bäume und Nebelduschen. Heuer soll das Projekt auf alle Bezirke ausgeweitet werden – doch aus Simmering und der Donaustadt kommt ein Nein.

Die Hakelgasse in Simmering sei dem Bezirk von der Stadt vorgeschlagen worden, um eine neue kühle Straße zu errichten, sagt Paul Stadler (FPÖ), Bezirksvorsteher von Simmering. Er ist davon aber nicht begeistert.

"Da haben wir die Hakelgasse – und jetzt soll ich da eine coole Straße machen. Da ist der Högerhof alt gewachsen in unmittelbarer Nähe, da gibt es keine Parkplätze oder Parkgaragen. Und zehn Meter über die Straße bin ich in einer der größten Grünoasen mit Schwimmbad. Warum soll ich da jetzt in der Hakelgasse eine kühle Straße reinbauen“, sagt Paul Stadler gegenüber „Wien heute“.

Bezirke sagen Nein zu Abkühlung

In einigen Bezirken kamen im Sommer Parkplätze weg und dafür gab es Wassersprüher, Nebelduschen und ähnliches. Einige Bezirke wollen im kommenden Sommer nicht mitmachen.

„Haben so viele coole Flecken bei uns im Bezirk“

Vorstellen könne sich Stadler kühle Straßen im innerstädtischen Bereich, wie im vergangenen Sommer etwa eine in der Ottakringer Hasnerstraße eingerichtet wurde. Das Projekt wurde laut der grünen Planungsstadträtin Birgit Hebein sehr gut angenommen, 92 Prozent der Anrainer seien zufrieden damit gewesen.

Das laut Plan der Grünen alle Bezirke heuer coole Straßen haben sollen, sieht der Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ) aber nicht so begeistert. „Wir haben über 50 Prozent Grün- und Freiflächen. Es ist nicht notwendig, dass wir hier eine Straße absperren, sie mit Wasser vernebeln, dass sie ein bisschen kühler wird. Wir haben so viele coole Flecken bei uns im Bezirk, das reicht vollkommen“, sagt Nevrivy.

„Mit den meisten Bezirken bereits positive Gespräche“

In der Donaustadt und auch in Simmering wird es also keine coolen Straßen geben. Planungsstadträtin Birgit Heben (Grüne) meint, dass andere Bezirke durchaus interessiert seien: „Die coolen Straßen sind ein Angebot zur Abkühlung der im Sommer besonders aufgeheizten Grätzel. (…) Es freut mich sehr, dass es mit den meisten Bezirken bereits positive Gespräche über Umsetzungsmaßnahmen (…) gibt“, heißt es aus ihrem Büro. In der Donaustadt und Simmering sorgen die kühlen Straßen aber noch für hitzige Debatten.