Vincent van Gogh: Das Nachtcafé in Arles, 1888
Reto Pedrini, Zürich
Reto Pedrini, Zürich
Kultur

Van Gogh und Matisse in der Albertina

Die Frühjahrsausstellung der Albertina zeigt Werke der französischen und schweizerischen Moderne, dabei sind auch Bilder von Van Gogh oder Matisse zu sehen. Die Bilder stammen aus der Sammlung Hahnloser und könnten zum letzten Mal in Wien ausgestellt sein.

80 Gemälde, Plastiken und Arbeiten auf Papier der Sammlung Hahnloser sind im Rahmen der Ausstellung „Van Gogh, Cézanne, Matisse, Hodler. Die Sammlung Hahnloser“ in der Albertina zu sehen. Diese 80 Werke sollen künftig in der Schweiz in einem Museum ihre Heimat finden, womit die Reise der Sammlung nach Wien in absehbarer Zeit die letzte gewesen sein dürfte. Die Sammlung wird in der Albertina um eigene Bestände und weitere Leihgaben ergänzt, womit die Ausstellung insgesamt rund 120 Werke umfasst.

Sammlung entstand im Austausch mit Künstlern

Zwischen 1905 und 1936 entstand die Sammlung im engen freundschaftlichen Austausch zwischen dem Sammlerehepaar Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler und ihren Künstlerfreunden. In den rund 30 Jahren trugen sie Werke von Pierre Bonnard, Ferdinand Hodler, Henri Matisse und Félix Vallotton zusammen. Später wurden auch deren Vorläufer Cézanne, Renoir, Toulouse-Lautrec, Van Gogh und andere Teil der Sammlung.

Ausstellungshinweis:

„Van Gogh, Cézanne, Matisse, Hodler. Die Sammlung Hahnloser“, bis 24. Mai, täglich 10.00 bis 18.00 Uhr, Mittwoch und Freitag 10.00 bis 21.00 Uhr

Mit ihrer Sammlung brachten sie einen weiteren Horizont in die Schweiz und die Schweizer Kultur. Außerdem habe die Sammlung die Schweizer Museumslandschaft radikal verändert, so Albertina-Generaldirektor Klaus Albrecht Schröder.

Die Schau beginnt mit einer großen Ansicht des Gartens der Villa Flora des Ehepaars. Begleitet wird die Ansicht von Van Goghs Werken „Verblühte Sonnenblumen“ und „Nachtcafe in Arles“. Wenige Schritte weiter liegt der Schwerpunkt auf Cezanne, dessen „Bauer“ den melancholischen Blick gesenkt hält. Mit kräftigen Farben ist nicht nur die „Frau in Grün“ von Matisse zu sehen, auch Henri Manguins Bild der Kinder „Hans und Lisa Hahnloser“ besticht durch starke Kontraste.

Fotostrecke mit 14 Bildern

Vincent van Gogh: Verblühte Sonnenblumen, 1887
Kunstmuseum Bern
Die „Verblühten Sonnenblumen“ von Vincent van Gogh (1887) bilden den Auftakt zur Ausstellung
Vincent van Gogh: Das Nachtcafé in Arles, 1888
Reto Pedrini, Zürich
Auch „Das Nachtcafé in Arles“ (Vincent van Gogh: Das Nachtcafé in Arles, 1888) ist Teil der Ausstellung
Henri Manguin: Hans und Lisa Hahnloser, 1910
Reto Pedrini, Zürich
Henri Manguin: Hans und Lisa Hahnloser, 1910
Henri Manguin: Akt unter den Bäumen, 1905
Privatsammlung/Albertina
Henri Manguin: Akt unter den Bäumen, 1905
Paul Cézanne: Der Bauer, 1890–1892
Privatsammlung
Paul Cézanne: Der Bauer, 1890–1892
Pierre Bonnard: Bootsfahrt auf dem Meer, 1924
Privatsammlung
Pierre Bonnard: Bootsfahrt auf dem Meer, 1924
Pierre Bonnard: Das karierte Tischtuch, 1910
Privatsammlung
Pierre Bonnard: Das karierte Tischtuch, 1910
Paul Cézanne: Die Dächer, 1876/77
Reto Pedrini, Zürich
Paul Cézanne: Die Dächer, 1876/77
Pierre Bonnard :Palais de Glace, Die Schlittschuhläufer, 1896–1898
Privatsammlung
Pierre Bonnard :Palais de Glace, Die Schlittschuhläufer, 1896–1898
Ferdinand Hodler: Blumenpflückendes Mädchen, 1887
Reto Pedrini, Zürich
Ferdinand Hodler: Blumenpflückendes Mädchen, 1887
Henri Matisse: Die beige Odaliske, 1919
Reto Pedrini, Zürich
Henri Matisse: Die beige Odaliske, 1919
Henri Matisse: Frau in Grün, 1917
Privatsammlung
Die Werke von Henri Matisse sind von kräftigen Farben geprägt. So auch die „Frau in Grün“, 1917
Félix Vallotton: Entführung der Europa, 1908
Kunstmuseum Bern
Félix Vallotton: Entführung der Europa, 1908
Félix Vallotton: Der violette Hut, 1907
Reto Pedrini, Zürich
Félix Vallotton: Der violette Hut, 1907

Über einen Zwischenstopp bei Henri de Toulouse-Lautrec landet man schließlich beim Künstler Felix Vallotton. Das Sammlerehepaar stand ihm besonders nahe. Mit seinen Bildern sorgte Vallotton zum Zeitpunkt ihrer Entstehung für Skandale: Vor allem seine beinahe als nüchtern zu bezeichnenden Akte wurden in ein pornografisches Eck gerückt.

Zentrale Werke von Pierre Bonnards und Ferdinand Hodler komplettieren die Ausstellung. Auch Edouard Vuillards „Damenspiel in Amfreville“, das das Geschehen aus einer ungewöhnlichen Perspektive einfängt ist zu sehen.

Weiteres Schweizer Gastspiel

Die Sammlung Hahnloser ist derzeit nicht das einzige Schweizer Gastspiel in der Albertina: Ebenfalls ab dem 22. Februar werden 15 Werke aus der Sammlung Othmar Huber im Rahmen der Schausammlung Batliner gezeigt. Darunter befinden sich so Bilder wie Franz Marcs „Blaues Pferd II“ oder Picassos „Schlafende Trinkerin“.