Rezeption im Marriott-Hotel
ORF.at/Kaja Stepien
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Wirtschaft

Nur wenige Gäste in Wiener Hotels

Die Wiener Hotels befinden sich wegen der CoV-Pandemie in einer schweren Krise. Am verlängerten Wochenende wäre Wien unter normalen Umständen wohl ausgebucht gewesen. Doch jetzt liegt die Auslastung gerade einmal bei maximal 15 Prozent.

Es fehlten sowohl internationale Gäste wie auch Kongresstouristen. Derzeit kämen vor allem Gäste aus Österreich, sagte Michaela Reitterer von der Hoteliervereinigung. Sie selbst hat ein Hotel im 15. Bezirk und erzählte von einem Gast, „der hat es so cool gefunden, dass in jedem Museum soviel Platz war, und sie waren in Schönbrunn und im Technischen Museum und im Haus des Meeres, und er ist ganz begeistert.“ Obwohl Reiseziele und Touristenattraktionen im Moment auf eine früher kaum vorstellbare Art und Weise besichtigt und genossen werden können, ist dies für die meisten offenbar kein Anreiz.

Covid-19-Medikament als Triebwerk für Branche

Die aktuelle Auslastung der Wiener Hotels liegt zwischen zehn und 15 Prozent. Vor allem unter der Woche sehe es ganz schlecht aus. Wien sei eben kein Bankenplatz, habe nicht so große Firmen-Hauptquartiere, Wien sei viel mehr eine touristische Destination. Reitterer rechnete damit, dass es bis zum Jahr 2023 brauchen werde, bis sich die Branche erholt – „manche sagen sogar 2024“. Ein „bisschen Erholung“ werde wohl schon im nächsten Herbst spürbar. Wichtig werde vor allem sein, dass es ein Medikament gegen Covid-19 gibt, das international verfügbar ist. Reitterer ist optimistisch, „dann werden auch Kongressgäste wieder kommen“.

Hotellerie erwartet vorsichtigen Aufschwung

In der Touristenmetropole Wien ist derzeit etwa nur jedes fünfte Hotel geöffnet und auch dort ist die Auslastung noch niedrig. Eine Reisewelle durch die Grenzöffnung wird nicht erwartet. Gehofft wird aber auch Deutsche und Italiener.

Weiter nicht abschätzbar bleibe, wie viele Hotels in Wien nicht mehr aufsperren werden, weil sie die Belastungen durch Fixkosten nicht bewältigen können. Das könne man im Moment nicht abschätzen, sagte Reitterer. Nicht überall würden die Hilfen greifen. Für große Hotels mit mehr als 250 Mitarbeitern oder solche, die zu einem Konzern gehören, gebe es relativ wenig, sagte Reitterer, „und beim Fixkostenzuschuss musst du ein positives Eigenkapital haben und das ist im Moment das Thema, weil viele Hotels in den letzten Jahren sehr sehr viel investiert haben und deswegen im Moment kein positives Eigenkapital haben“.

Dominoeffekt" auf andere Branchen

Reitterer sprach sich gegen Überbrückungskredite aus. Sie wünsche sich lieber Eigenkapitalzuschüsse, da gäbe es einige Ideen seitens der Hotellerie. Solche Zuschüsse würden es auch gestatten, in den nächsten Jahren auch wieder Geld zu investieren, was wegen des Dominoef"fekts für die gesamte Wirtschaft wichtig sei. Denn an den Hotels hängen Tischler, Wäschereien und viele andere mehr, die aber jetzt ebenfalls in den Seilen hängen würden, so Reitterer. Sie setzt auf Maßnahmen der Bundesregierung und erwarte sich etwa von bevorstehenden Verhandlungen der Regierung über ein Paket für die Eventbranche, Reisebüros und Hotellerie viel.