Kultur

Wienwoche zu Polizeigewalt und Privilegien

Unter dem Motto „Power and Privilege“ thematisiert die Wienwoche diesen Herbst aktuell vieldiskutierte Themen wie Polizeigewalt, Grenzpolitik und Privilegien. Das Kulturfestival findet zwischen dem 11. und 20. September statt, wie immer bei freiem Eintritt.

„Wir haben einen Kulturbegriff, der weit über nationale Grenzen hinausgeht“, sagte Organisatorin Natalie Ananda Assmann bei der Präsentation des Programms am Montag – mit Blick auf den nationalstaatlichen Umgang mit der Coronavirus-Pandemie. Für sie sei klar, dass es in der aktuellen kulturpolitischen und künstlerischen Lage vor allem darum gehe zu kämpfen.

An rund 15 verschiedenen Schauplätzen soll die Wienwoche diesmal stattfinden, darunter die Brunnenpassage und der Viktor-Adler-Markt. „Wir mussten uns für rund 20 Projekte dieses Jahr entscheiden“, sagte Henrie Dennis, ebenfalls Organisatorin des Festivals. Bewerbungen zur Teilnahme gab es laut ihr allerdings um ein Vielfaches mehr. Angeboten werden Performances, Workshops und Diskussionen.

Plakat der diesjährigen Wienwoche
Wienwoche
Das Plakat soll dazu einladen, sich in die Augen zu schauen und sich zu reflektieren

Coronavirus-Maßnahmen möglich

Der Besuch und die Teilnahme bei den einzelnen Projekten kann zumindest ohne Einschränkungen durch Tickets stattfinden. „Die Wienwoche hat auch dieses Jahr wieder alle Veranstaltungen mit freiem Eintritt. Da ist auch wieder die Frage, wer hat das Privileg, überhaupt Kunst und Kultur zu genießen“, sagte Assmann. Jedoch wird es möglicherweise noch Coronavirus-Sicherheitsmaßnahmen geben, wobei man sich dabei an die gesetzlichen Vorgaben halten werde, wie betont wurde.

Den Auftakt der Wienwoche macht die „Open Border Conference“ im Theater Odeon, sie beschäftigt sich mit der Grenzpolitik an den EU-Außengrenzen. Zum Abschluss gibt es im Wiener Ruderclub Pirat eine „schwimmende Manifestation auf den Gewässern der Alten Donau“.

„Schwimmende Manifestation“ in Alter Donau

Besonders stolz sind Assmann und Dennis auf das Plakat des diesjährigen Festivals. Es zeigt ein offenes Auge und soll etwas Bestimmtes bewirken. „Es ist eine Einladung an jeden Einzelnen, sich in die Augen zu schauen und sich zu reflektieren“, sagte Assmann. Denn genau dafür stehe die Wienwoche.