Hinweis auf Überkopfanzeiger zur Maskenpflicht
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Chronik

Wiener Linien verstärken Masken-Kampagne wieder

Die Wiener Linien intensivieren ihre Informationskampagne zur Mund-Nasen-Schutzpflicht wieder. Sie merke momentan „ein bisschen Lockerheit“, sagt Geschäftsführerin Alexandra Reinagl. Überraschend: Strafen habe man ihres Wissens nach bisher keine einzige verhängt.

Grundsätzlich würden sich die Fahrgäste wirklich an die Mund-Nasenschutz-Pflicht halten, sagt Reinagl im Interview mit „Wien heute“. Das „bisschen Lockerheit“ momentan, sei wahrscheinlich den generellen Lockerungen geschuldet, meint die Wiener-Linien-Chefin. „Ich kann nur appellieren: Bitte weitertragen!“

Die Durchsagen zur Mund-Nasen-Schutzpflicht würden nun wieder öfter laufen, auch auf den Überkopfanzeigern weise man darauf hin. „Und unser Personal, das Stationsservice als auch der Sicherheitsdienst, ist darauf sensibilisiert, die Leute wieder vermehrt drauf anzusprechen“, so Reinagl.

Mann mit Maske holt sich Fahrschein bei Automat
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Die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht werde vom Großteil der Fahrgäste eingehalten, so die Wiener Linien

Strafen: „Weiß von keinem einzigen Mal“

Die Wiener Linien können eine Strafe von 50 Euro verhängen, wenn jemand keinen Mund-Nasen-Schutz trägt. Das ermöglicht eine Verankerung der Tragepflicht in den Beförderungsbedingungen. Bisher ist das aber anscheinend noch nie vorgekommen. „Ich weiß von keinem einzigen Mal“, sagt Reinagl. Bisher habe man die Situationen im Gesprächsweg gut lösen können.

„In ein paar ganz wenigen Fällen, haben wir mit Fahrgästen zu tun, die es nicht verstehen“, meint Reinagl. Manchmal würden die Menschen einfach vergessen, die Maske anzulegen. Auch in offenen Stationen fehle manchmal das Verständnis, warum man auch hier einen Mund-Nasen-Schutz brauche.

Weitere Lockerungen bei Maskenpflicht

Seit 1. Juli ist wieder jeder Sport – auch Kontakt- und Mannschaftssport – erlaubt. Die Maskenpflicht für Kellner fällt ebenso. Aber sind die Wiener trotzdem weiterhin bereit Mund und Nase zu bedecken?

Weiterhin deutlich weniger Fahrgäste

Bei den Wiener Linien verzeichnet man nach nach wie vor um rund 30 Prozent weniger Fahrgäste als vor der Coronavirus-Pandemie. Zum Höhepunkt der Krise waren es bis zu 85 Prozent weniger. Es gebe weltweit keine Hinweise auf Infektionsketten, die ihren Ursprung in öffentlichen Verkehrsmitteln genommen hätten, wirbt Reinagl.

Corona-Fallzahlen in Wien zuletzt leicht rückläufig

In Wien waren die Coronavirus-Fallzahlen zuletzt leicht rückläufig. Laut dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) wurden im Juni im Schnitt täglich rund 21 positive Befunde registriert. Im Mai waren es noch 25 pro Tag gewesen. Aktuell sind insgesamt 3.924 Fälle in Wien dokumentiert.

Fahrgäste mit Maske in U-Bahn
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Um rund 30 Prozent weniger Fahrgäste sind mit den Wiener Linien unterwegs

Betroffen waren im Juni 325 Männer (51,7 Prozent) und 304 Frauen (48,3 Prozent). Die Zahl der Hospitalisierten hat sich im Tagesschnitt von 166 (April) auf 47 (Juni) reduziert. Die Zahl der Testungen ist laut Rathaus im Juni um 22,5 Prozent auf 1.996 gestiegen. Man liege damit sowohl bei den absoluten Zahlen als auch bei den Werten pro Einwohner an der Spitze, wurde betont. Fast die Hälfte aller Infizierten in der Bundeshauptstadt wiesen keine Symptome auf.

Vor allem Familien betroffen

Betroffen sind in erster Linie Familienverbände, in Betrieben werden aktuell hingen vergleichsweise wenig Menschen infiziert. Pflegeheime oder der medizinische Bereich machen laut jüngster Statistik nur einen sehr kleinen Anteil aus.

Auch in Wien war man jedoch bereits mit massiveren Coronaclustern konfrontiert. Vor allem die Infektionen in den Post-Verteilzentren wirkten sich hier aus. Zahlreiche Leiharbeiter, die sich in Niederösterreich und Wien angesteckt hatten, waren in Wien wohnhaft. Einen derart hoher Wert wie nun in Oberösterreich mit 61 Fällen wurde in Wien seit 6. April nicht mehr gemessen. Damals waren laut Hacker-Büro 68 Menschen positiv getestet worden.