Kirche Strebersdorf
LPD Wien
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Chronik

Neue Details zu Überfall auf Schulbrüder

Im Dezember 2018 sind in Floridsdorf sechs Ordensbrüder brutal überfallen worden – die Tätersuche ist bisher ohne Erfolg verlaufen. Die Ermittler hoffen nun durch die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ auf neue Hinweise aus der Bevölkerung. Bekannt wurden Details zum Überfall.

So soll der Täter damals mitten im Überfall auf die Ordensbrüder seine Maskierung – Haube und aufgeklebter Bart – abgelegt haben. Laut dem ZDF-Bericht, der in Zusammenarbeit mit den Wiener Ermittlern entstand, soll der Mann dann einen Missbrauchsfall an der Wiener Schule des Ordens zur Sprache gebracht haben.

Er wollte Namen von Lehrern wissen, die an der mutmaßlichen Misshandlung eines Schülers beteiligt gewesen sein sollen. Dann notierte sich der Täter mehrere Namen von Ordensbrüdern auf einem Zettel, welchen er bei der überhasteten Flucht jedoch liegen ließ.

Ein „sehr merkwürdiger Raubüberfall“

Zu Gast in der Sendung war am Mittwochabend Chefinspektor Helmut Pöttler vom Landeskriminalamt Wien. Er sprach von einem „sehr merkwürdigen Raubüberfall“. Bei dem kurz nach Weihnachten 2018 in der Pfarre Strebersdorf verübten Überfall waren fünf von sechs betroffenen Schulbrüdern teils schwer verletzt worden. Der Täter hatte sich stundenlang in den Räumlichkeiten aufgehalten und Bargeld sowie eine Waffe und andere Wertgegenstände erbeutet.

Warum der Täter mit solcher Brutalität gegen die Opfer vorgegangen war, „können wir uns bis jetzt nicht erklären“, sagte Pöttler. Im Zusammenhang mit einem Missbrauchsfall an der Schule habe es tatsächlich einmal „umfangreiche Ermittlungen“ gegeben, bestätigte der Chefermittler im deutschen Fernsehen. „Der Verdacht konnte damals nicht bestätigt werden“, sagte er jedoch.

Handschrift des Täters bekannt

Pöttler bekräftigte aber die neu an die Öffentlichkeit gelangten Details zur Tat. „Der Täter hat sich während des Überfalls Namen von Personen aus einem Vorfall von 1995 geben lassen und hat diese auf einem Zettel notiert“, sagte er. Daher habe man die Handschrift des Täters – man hoffe, jemand könnte „charakteristische Schriftzüge“ erkennen. Denn trotz Phantombilds und ausgeschriebener Belohnung von 30.000 Euro fehlt von ihm bisher jede Spur.

Um welchen „Vorfall“ es sich bei dem genannten Ereignis gehandelt habe, ist unklar. Weder ging der Chefinspektor in der Sendung genauer darauf ein, noch wollte die Wiener Polizei am Donnerstag Auskünfte dazu geben. Dort hieß es nur, dass „späte Rache“ wegen eines möglichen Missbrauchsfalls als Motiv natürlich überprüft worden ist. Der Verdacht habe sich aber nicht bestätigt, wurde erneut betont.