Strache
APA/Helmut Fohringer
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Wahl 2020

Strache-Mitstreiter zieht Kandidatur zurück

Weiter Turbulenzen im Team Strache (TS): Kandidatin Christina Kohl will ihre Entlassung durch die AUA arbeitsrechtlich anfechten. Und Bezirkskandidat Petar Knezevic wird nach einem umstrittenen Video nun doch nicht antreten.

Knezevic hatte zuvor durch ein über Social Media bekannt gewordenes Privatvideo für Aufregung gesorgt, in dem er Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Zusammenhang mit den Coronavirus-Maßnahmen äußerst deftig beschimpft hatte.

Höbart hatte in einer Pressekonferenz am Vormittag Knezevic noch verteidigt und auf sein Entschuldigungsstatement via Facebook hingewiesen. Der Bezirksvertretungskandidat zieht sich nun aber trotzdem zurück – und zwar „aufgrund der andauernden Hexenjagd gegen seine Person“, wie der Generalsekretär in einer Aussendung meinte.

„Demokratiepolitisch höchst bedenklich“

Die Team-Strache-Kandidatin Christina Kohl hatte ebenfalls für Aufregung gesorgt. Sie hatte auf einer Demo u. a. „Soros muss weg“ und „Rothschild muss weg“ skandiert. Videos davon waren in den letzten Tagen im Umlauf. Kohl verteidigte am Freitag ihre Aussagen und ortete „Gesinnungsterror“.

Die von ihr geübte Kritik an den „überzogenen Corona-Maßnahmen“ sowie an „linksextremen Gruppen wie der Antifa, aber auch an Soros, Rothschild, Rockefeller und an wen auch immer muss erlaubt sein“, sagte Kohl in einer Pressekonferenz am Freitag. Sie deswegen als „Corona“-Leugnerin und Antisemitin zu diffamieren, sei „Gesinnungsterror in seiner reinsten Form“ und „demokratiepolitisch höchst bedenklich“.

Sie habe sich „zu 100 Prozent innerhalb des Verfassungsbogens“ bewegt. „Ich habe mit der vollkommen wirren Haltung von Antisemitismus, aber auch jedes anderen Radikalismus oder Ausgrenzung nichts am Hut“, versicherte sie. Dass sie von der AUA fristlos gefeuert wurde, zeige, „wie es um die Meinungsfreiheit in unserem Land bestellt ist“.

Keine Journalistenfragen zugelassen

„Ich werde weiterhin meine Meinung kundtun und diese ungerechtfertigte Entlassung anfechten“, kündigte Kohl an, die auf dem so gut wie aussichtslosen 17. Platz der Landesliste gesetzt ist und sich am Freitag als „meinungsgefestigte Frau“ bezeichnete. Fragen durften ihr Journalisten allerdings nicht stellen. Die Strache-Kandidatin verließ nach ihrem abgelesenen Statement sofort den Raum.

Team Strache Kandidaten
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Christina Kohl (3. v. r.) am Dienstag bei der Präsentation der Landesliste-Kandidatinnen und -Kandidaten auf dem Kahlenberg

Laut Höbart wurde Kohl fristlos entlassen, wie er am Freitag in einer Aussendung mitteilte. Ein Sprecher der AUA bestätigte Donnerstagmittag Medienberichte, dass Kohl keine Mitarbeiterin der Fluglinie mehr sei. Zu den „genauen arbeitsrechtlichen Maßnahmen“ konnte der Sprecher aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht Stellung nehmen.

Höbart verteidigte Kohl am Freitag erneut. Er könne in ihren Äußerungen „nichts Abwegiges“ feststellen: „Wir weisen es zurück, hier auch nur im Ansatz von Antisemitismus zu sprechen.“ Kohl werde betreffend die AUA-Kündigung von der Partei Beistand erhalten, eine Arbeitsrechtlerin sei bereits eingeschaltet.

„Vor der Ärztekammer nicht in die Knie gehen“

Für Aufsehen hatte zuletzt auch ein weiterer Strache-Mitstreiter gesorgt. Dabei geht es um den auf Platz elf gereihten Polizeiamtsarzt Serge Paukovics, der u. a. ein Vorwort für das Buch „Grippewelle durch Chemtrails“ und über die „Impfmafia“ geschrieben hat. „Nur weil er sich getraut hat, gewisse Dinge zu hinterfragen als Mediziner, die definitiv nicht in Stein gemeißelt sind, wird er als Impfgegner und Corona-Leugner bezeichnet“, sagte Höbart am Freitag dazu.

Dass die Ärztekammer sich nun anschauen will, ob der Arzt Patienten nachweislich geschadet hat, darüber könne er nur lachen, so der Generalsekretär. Dort säßen schließlich auch politische Funktionäre: „Vor der Ärztekammer werden wir sicher nicht in die Knie gehen.“

„Stolz auf die Meinungspluralität“

Höbart zeigte sich „stolz auf die Meinungspluralität“ innerhalb der Strache-Truppe. Bei all den Vorwürfen gegenüber einzelnen Kandidaten gehe es darum, „Heinz-Christian Strache nicht mehr auf die Beine kommen zu lassen und ihn zu vernichten“. „Wir stellen fest, dass alles und jeder, der nicht links ist, fast schon zum politischen Abschuss freigegeben wird“, so Straches Generalsekretär.