Open Piano for Refugees Floridsdorf
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Kultur

„Open Piano for Refugees“ wieder am Start

Das Sozialprojekt „Open Piano for Refugees“ platziert diesen Sommer das vierte Jahr in Folge einen frei zugänglichen Flügel in Wien. Am Bahnhof Floridsdorf können Musiker bis 25. August auf einem hochwertigen Flügel von Feurich ihr Talent beweisen.

Danach wandert der Flügel bis zum 30. August weiter zum Platz der Menschenrechte. Das Open Piano soll laut den Veranstaltern den öffentlichen Raum gerade auch in einer vom Coronavirus bestimmten Zeit kunstvoll beleben. Außerdem geht es darum, eine nonverbale Kommunikationsplattform zu kreieren sowie für eine positive öffentliche Präsenz von Geflüchteten zu sorgen.

„Gemeinsam spielen wir für soziale Gleichberechtigung und Zusammenhalt und arbeiten dabei sehr unterschwellig und barrierefrei“, erklärte Udo Felizeter, Gründer vom „Open Piano for Refugees“. Es gehe darum, mit dem Thema wirklich alle Menschen zu erreichen: „Das ist wie bei einem guten Film, in dem der Hauptdarsteller auf einmal eine Pepsi trinkt und nach dem Kino alle Lust auf Pepsi haben. Bei uns soll die Lust auf Inklusion entstehen.“

Open Piano for Refugees Floridsdorf
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Bis 25. August befindet sich der Flügel in Floridsdorf, danach am Platz der Menschenrechte

Keine Unterschied nach Herkunft, Hautfarbe und Religion

„Musik unterscheidet weder zwischen Hautfarbe, Religion noch Herkunft. Musik verbindet“ – das ist das Motto von „Open Piano for Refugees“. Pro Tag spielen etwa 20 bis 30 unterschiedliche Pianistinnen und Pianisten, sowohl Anfänger als auch Profis. Geöffnet wird der Klavierflügel von zirka 12.00 bis 21.00 Uhr, bei Schönwetter befindet er sich im Freien.

Für das Spielen braucht es keine Voranmeldung. Es gelten aber ein Sicherheits-und Hygienekonzept und die behördlichen Vorgaben: mindestens 1,5 Meter Abstand halten und vor und nach dem Klavierspielen die Hände desinfizieren.

Soziales Musikinstitut DoReMi

Mit den eingenommenen Spenden eröffneten die Veranstalter im März 2018 in Wien das soziale Musikinstitut namens DoReMi, welches vor allem die Inklusion von geflüchteten und sozial benachteiligten Menschen, mit und ohne Migrationshintergrund, fördern soll. Geflüchtete sind dabei nicht nur Schülerinnen und Schüler. Sie sind auch als Lehrerinnen und Lehrer tätig und unterrichten Instrumente wie Oud, Klavier, Gitarre, Jazz-Gesang und Arabischer Gesang.

Open Piano for Refugees
Open Piano for Refugees
Im Musikinstitut DoReMi sind Geflüchtete nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer

Das Ganze basiert auf „Zahl so viel du kannst“, damit auch Einkommensschwache den Unterricht in Anspruch nehmen können. Externe können diesen auch mit einer Musikpatenschaft für 170€ pro Semester den Musikunterricht ermöglichen.

Bereits 40 Städte bespielt

Für September laufen momentan die Verhandlungen, dass das Open Piano nochmal zweimal in die Innere Stadt kommt. Seit 2016 wurden mit ihm 40 unterschiedliche Städte in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Dänemark und Schweden bespielt. „Bei allen Standorten gilt: Alle dürfen spielen. Alle dürfen zuhören. Alle (Instrumente) sind willkommen“, so Felizeter.