Chronik

CoV-Kontrollen in Clubszene

Stadt und Polizei haben diese Woche gemeinsam Coronavirus-Schwerpunktkontrollen in der Club- und Partyszene durchgeführt. In vier Lokalen waren zu viele Menschen anwesend – einmal sogar um hundert zu viele. Drei Locations wurden zwangsgeräumt.

An vier Abenden bzw. Nächten waren die Beamten unterwegs und stellten laut eigenen Angaben Dutzende Verstöße gegen die geltenden CoV-Maßnahmen fest. Wie viele Verstöße gegen Coronavirus-Vorschriften bei den Kontrollen insgesamt festgestellt wurden, konnten Stadt und Polizei am Sonntag allerdings nicht sagen. 26 Betriebe wurden insgesamt kontrolliert, mehrere mussten geräumt werden. Die Partygäste verhielten sich laut Polizeiangaben teils „uneinsichtig und aggressiv“, hieß es am Sonntag.

„Naivität teilweise erschreckend“

Die Kontrolleure der Gruppe Sofortmaßnahmen der Magistratsdirektion waren gemeinsam mit Beamten der einzelnen Bezirke in den Nächten auf Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag in bekannten Party-Hotspots unterwegs. Welche Clubs und Bars genau kontrolliert wurden, wurde nicht bekanntgegeben.

In vielen Clubs und Lokalen zeigte sich laut einer Aussendung dasselbe Bild: Überschreitung der vorgeschriebenen Personenanzahl, kein Mund-Nasen-Schutz, dichtes Gedränge auf den Tanzflächen, Konsumation von Getränken und Speisen an der Bar und auf den Tanzflächen. Letzteres ist bereits seit Montag verboten. „Die Naivität von einigen Gästen und Betreibern in der aktuellen Situation ist teilweise erschreckend“, sagte Walter Hillerer, Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen.

Drei Locations zwangsgeräumt

In vier Lokalen waren zu viele Personen anwesend – hier gilt noch bis Montag, 0.00 Uhr die Obergrenze von 50 Personen. In einem Lokal wurden überhaupt mehr als 100 Personen zu viel gezählt. In drei Clubs wurde laut Stadt noch weit nach der festgelegten Sperrstunde von 1.00 Uhr gefeiert. Diese gilt ab Mitternacht auch für geschlossene Gesellschaften.

Diese drei Betriebe wurden zwangsgeräumt. Das großteils junge Publikum in den Lokalen zeigte sich mit den Kontrollen nicht einverstanden. Sie mussten laut einem Sprecher teils „mit Nachdruck zum Gehen bewogen werden“. In einem Fall versuchte ein Türsteher, den Kontrolleuren den Eintritt in das Lokal zu verwehren, hier musste die Polizei schließlich einschreiten.

48 Anzeigen wegen diverser Verstöße

In mehreren Lokalen seien die Kontrollorgane beleidigt und beschimpft worden, heißt es. Die Polizei legte diesbezüglich elf Verwaltungsanzeigen. Weitere sechs Anzeigen erfolgten wegen ungebührlicher Lärmerregung. In Summe wurden 48 Anzeigen wegen Verstößen gegen Sicherheitsauflagen – versperrte Fluchtwege, blockierte Brandschutztüren, funktionslose Sicherheitsbeleuchtungen – und die einschlägigen Gesetze und Verordnungen (Gewerbeordnung, Preisauszeichnungsgesetz, …) erstattet.

Großteil hält sich an Gesetze

Mehrfach führten die Beamten auch Nachkontrollen durch. Wiederholungstäter gab es aber keine. Auch betonte der Sprecher, dass sich ein Großteil der Club- und Gastronomiebetreiber an die geltenden Gesetze hält. „Wir sind in einer kritischen Phase der Pandemie“, so Gerhard Pürstl, Landespolizeipräsident in Wien. „Illegal abgehaltene Veranstaltungen bzw. Partys, die die Verbreitung des Virus antreiben, dürfen keinen Platz haben.“ Polizei und Magistrat kündigten jedenfalls weitere Kontrollen an.

Ab Mitternacht gelten die Verschärfungen der jüngsten „COVID-19-Maßnahmenverordnung“, den Namen Lockerungsverordnung hatte diese wohl ob dieser strengeren Regelungen verloren. Sie treten Montag, 0.00 Uhr in Kraft. Ab dann dürfen maximal zehn Personen pro Tisch zuzüglich minderjähriger Kinder Platz nehmen.

Keine Ausnahmen für geschlossene Veranstaltungen

Wie bereits jetzt für das Personal gilt ab Montag auch für Gäste MNS-Pflicht, wenn sich diese nicht am Sitzplatz befinden. Die Indoor-Sitzplatzpflicht gilt bereits seit Montag. Außerdem gibt es künftig keine Ausnahmen mehr für geschlossene Veranstaltungen. Die allgemeine Sperrstunde für Gastronomie und Veranstaltungen ist um 1.00 Uhr.