Schüler während des Unterrichts
ORF.at/Carina Kainz
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Bildung

Sesam soll Orientierung im Schulsystem bringen

Die Stadt stockt Förderungen für Projekte wie „Mama lernt Deutsch“ oder „Respekt: Gemeinsam Stärker“ auf. Um Elternarbeit geht es auch bei dem Programm Sesam, das neu zugewanderten Eltern Orientierung im österreichischen Bildungssystem bietet.

Das Projekt Sesam der Diakonie will Eltern in den schulischen Betrieb einbinden und so den Lernerfolg der Kinder verbessern. Sesam steht für „Schule, Eltern & Sozialraum Arbeiten Miteinander“. „Dahinter steckt die Idee, dass alle Personen zusammenarbeiten, die am Lernen und am Alltag von Kindern beteiligt sind, um eben den Weg für die Kinder zu verbessern und sie zu stärken auf ihrem Bildungsweg“, sagte Nadja Madlener von der Diakonie. Eltern sollen die Möglichkeit bekommen „gut zu wissen, wie sie ihre Kinder begleiten können“.

Konkret geschieht dies dadurch, dass Eltern eingeladen werden, am Standort der Schule an Workshops und Elterncafes teilzunehmen. Sie sollen die Möglichkeit zum Austausch bekommen, Vorträge von Experten aus dem benachbarten Sozialraum zu hören, etwa von Jugendzentrum, der Bibliothek ums Eck, die etwa Eltern vermittelt, wie wichtig es ist, mit den Kindern gemeinsam zu lesen, ihnen vorzulesen oder auch sich später von ihnen vorlesen zu lassen. Das heißt, so Madlener, es werde versucht, alle für den Bildungsweg der Kinder wichtigen Themen in die Elternworkshops hineinzuholen.

Einbettung von Eltern und Kindern

Gerichtet ist die Initiative an Eltern, die das österreichische Schulsystem entweder nicht oder weniger gut aus persönlicher Erfahrung kennen oder schlechte Erfahrungen damit gemacht haben. „Wo Kinder also den positiven Aspekt, dass Lernen viel Spaß machen kann, nicht so durch das Elternhaus mitbekommen haben“, sagte Madlener.

Kinder würden durch das Engagement der Eltern nochmal bestärkt, sich gut auf den Bildungsweg zu machen. Ganz zentral sei wichtig, Kindern ein Umfeld zu bieten, in dem sie gut begleitet würden, so Madlener. In der Schule stehe die schulische Bildung im Vordergrund, zuhause, im Hort und in der Freizeit würden Kinder alles lernen, um für die Herausforderungen der Gesellschaft gewappnet zu sein.

Fokus auf Übergang von Kindergarten in die Schule

Der Fokus des Projekts liegt nicht zufällig auf dem Übergang vom Kindergarten zur Volksschule. Es ist eine Zeit, in der sich die Kinder auf die Schule freuen, stolz darauf sind, in die Schule zu kommen. Eltern erwarten viele neue Aufgaben. Da setze Sesam an, so Madlener, und lade Eltern aktiv mit dem ersten Schultag ein, zu Elterncafes und Workshops zu kommen, um ihre Kinder gut darauf vorzubereiten. Es gehe darum, den Übergang gut zu schaffen und den Kindern Spaß und Freude zu bieten. Was kann ich als Mutter im Alltag mit meinem Kind machen, was dabei hilft: Farben entdecken, miteinander lesen, Zahlen entdecken,

Oft ist es laut Madlener auch so, dass Eltern gar nicht wissen, was als Vater, was als Mutter für den Bildungsweg der Kinder gefordert ist. Hier gelte es die Bildungspartnerschaft zwischen Eltern und Schule zu stärken, damit die Eltern wissen, was von ihnen gewünscht werde, aber auch, was sie von der Schule erwarten könnten. Gleichzeitig helfe es aber auch den Schulen, mit den Eltern zu kommunizieren.

Programm soll ausgeweitet werden

Die Stadt fördert nun mehrere Projekte, die Elternarbeit in dieser Form anbieten. Insgesamt nahmen im Vorjahr 3.600 Personen ein solches Angebot an. Sesam soll nun nicht nur mehr an zwei Volksschulen entwickelt, sondern an vielen Schulen etabliert werden. Derzeit werde mit der Stadt Wien und dem Bildungsministerium über Förderungen verhandelt.