Außenaufnahme der katholischen Kirche St. Anton von Padua in Wien-Favoriten
APA/GEORG HOCHMUTH
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Chronik

Jugendliche stürmten Kirche in Favoriten

Am Donnerstagabend sollen rund 50 Jugendliche in die Antonskirche in Favoriten eingedrungen sein, randaliert haben und gegen Bänke und den Beichtstuhl getreten haben. Die Polizei verstärkt nun die Kontrollen in Favoriten.

Eine Gruppe von rund 30 bis 50 Jugendlichen, die aus Syrien und Afghanistan stammen, soll sich schon am Nachmittag am nahen Reumannplatz gesammelt haben, heißt es vom Innenministerium auf Anfrage. Von dort sollen sie sich Richtung Viktor-Adler-Markt begeben haben, dabei zündeten sie Pyrotechnik an und sollen islamistische Parolen geschrien haben. Die Polizei zerstreute die Menge und nahm von zehn Jugendlichen die Identitäten auf. Sie wurden auch mehrfach angezeigt. Verletzt wurde bei dem Vorfall am Donnerstag niemand.

Die Polizei sei angewiesen vor allem in Favoriten verstärkt zu kontrollieren – und sensible Plätze und Gebäude besonders zu überwachen, so Innenminister Karl Nehammer (ÖVP).

RUND 30 JUGENDLICHE RANDALIERTEN IN WIENER KIRCHE
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Die Tore der Antonskirche bleiben erstmals geschlossen

Zusammenhang mit Mohammed-Karikaturen vermutet

Wie der „Kurier“ berichtet, kam es zwei Stunden später zu dem Zwischenfall in der Kirche. Etwa 50 Personen betraten das Gotteshaus und randalierten – sie sollen mit den Füßen gegen Bänke und Beichtstühle getreten haben. Der stellvertretende Pfarrer rief zwar die Polizei, bei der Ankunft der Beamten waren die Jugendlichen aber schon weg. Das Innenministerium nimmt an, dass es sich um dieselben Jugendlichen handelt, die sich am Reumannplatz getroffen hatten.

Wegen der islamistischen Parolen vermutet das Innenministerium einen Zusammenhang mit dem Streit um Mohammed-Karikaturen in Frankreich. Französische Einrichtungen werden stärker geschützt. Der Hotspot Favoriten wird ebenfalls verstärkt überwacht, wird Nehammer in einer Aussendung zitiert. Es ist bereits der zweite Vorfall mit gewaltbereiten türkischstämmigen Jugendlichen dieses Jahr.