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Coronavirus

CoV: Noch Puffer auf Wiens Intensivstationen

Das Durchsetzen der britischen Variante des Coronavirus macht sich in Ostösterreich deutlich an der Belegung der Intensivbetten bemerkbar, 143 sind es in Wien und es gibt noch Reserven. Oberstes Ziel bleibt das Aufrechterhalten der Akutversorgung.

„Die Situation wird genau beobachtet“, versicherte eine Sprecherin des Wiener Gesundheitsverbundes. Bisher sei der Operationsbetrieb in den städtischen Spitälern nicht eingeschränkt worden. Mit Blick auf die nächsten Tage und Wochen meinte die Sprecherin, man müsse abwarten, wie sich die Infektionszahlen weiter entwickeln. Konkrete Daten oder Betten-Belagszahlen, ab wann Eingriffe abgesagt und verschoben werden müssen, wollte sie nicht nennen: „Das ist unseriös.“ Der Übergang sei fließend.

Covid-Stufenplan kombiniert Auslastung und Bedarf

In Wien gibt es einen Covid-Stufenplan, nach dem in den Spitälern vorgegangen wird. Dabei wird die Planung der Spitalskapazitäten mit dem laufenden Monitoring der Auslastung der Covid-Versorgungsbereiche kombiniert. Das erlaubt, bei steigendem Bedarf ausreichend Kapazitäten rasch zur Verfügung zu stellen und umgekehrt wieder für die Regelversorgung sicherzustellen. Dabei wird mit den Ordensspitälern, die ebenfalls Corona-Kranke betreuen, und den Privatspitälern kooperiert.

143 Patienten auf Intensivstationen

Während Anfang März 85 Patienten auf Wiener Intensivstationen behandelt wurden, sind es momentan 143. Die meisten Intensivpatienten sind derzeit zwischen 50 und 70 Jahre.

„Wir haben den Stufenplan bereits zwei Mal auf und ab gespielt und er hat sich bewährt“, so die Sprecherin. Ziel ist, genau jene Bettenkapazität zur Verfügung zu stellen, die es braucht. „Wir sind in der Stufe vier unseres Stufenplans und haben in dieser Stufe 150 Intensivbetten vorgesehen. Wobei wir als Gesundheitsverbund wesentlich mehr Betten haben. Wir haben natürlich die Möglichkeit und haben das geplant, dass wir, wenn wir mehr Betten brauchen auch mehr Betten zur Verfügung stellen.“

550 Intensiv- und 6.000 Normalbetten

Insgesamt verfügen die Spitäler des Wiener Gesundheitsverbundes über rund 6.000 Normalbetten sowie 550 Intensivbetten – in Summe und nicht nur für an Covid-19 erkrankte Menschen. Zusätzlich gibt es 100 Betten, die mit High-Flow-Oxygen-Geräten ausgestattet sind. Damit ist eine spezielle Sauerstoff-Therapie bei Corona-Kranken möglich. Diese speziellen Betten sind im Moment nicht voll belegt, so die Gesundheitsverbund-Sprecherin.

Im Moment werden jedenfalls die Vorbereitungen für Stufe fünf des Covid-Stufenplans getroffen. Ab einem gewissen Punkt müssten allerdings auch planbare Operationen verschoben werden. Wann der erreicht wird, ließ die Sprecherin offen: „Je mehr Intensivbetten wir brauchen, desto mehr würden wir bereitstellen, natürlich zu dem Preis, dass wir Operationen verschieben müssen.“

Oberstes Ziel: Akutversorgung nicht einschränken

Dabei betonte sie, dass es für den Gesundheitsverbund wichtig sei, dass es neben einer optimalen Betreuung von Corona-Kranken auch immer genug Kapazitäten für den Akutbereich gebe. „Alles was akut und lebensbedrohlich ist, möchten wir aufrechterhalten. Das ist unser oberstes Ziel. Das soll nicht von einer Corona-Welle beeinträchtigt werden.“

Im Moment brauchen in der Bundeshauptstadt 538 mit dem Coronavirus infizierte Personen eine Behandlung im Spital. Das sind um 24 Personen mehr als noch am gestrigen Montag – und um gleich 93 Menschen bzw. 20,9 Prozent mehr als noch vor einer Woche. Was die Intensivbetten anbelangt, so brauchen mit Stand Dienstag im Wochenvergleich um 17 Covid-19-Erkrankte mehr eine intensivmedizinische Behandlung als noch vor einer Woche. Das bedeutet einen Zuwachs von 13,5 Prozent.

Der bisherige Höchststand an Hospitalisierungen wurde laut dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am 17. November 2020 dokumentiert, wo 756 Personen aufgrund von Covid-19 im Spital liegen mussten. Am 20. November 2020 gab es überdies die bisherige Höchstbelegung mit 162 Covid-Erkrankten im Intensivbettenbereich.

OPs bei Privaten in niedrigem zweistelligen Bereich

Von der PremiQaMed Gruppe heißt es, man würde in ihren Privatkliniken Döbling und Confraternität derzeit in einem niedrigen zweistelligen Bereich Patienten öffentlicher Spitäler operieren und stationär behandeln. Im vergangenen Jahr wurden dort 560 ausgelagerte Operationen des Gesundheitsverbundes durchgeführt. Im privaten Rudolfinerhaus finden derzeit noch keine Operationen von Patienten öffentlicher Spitäler statt, aber es gäbe Pläne, dass man ab April dafür herangezogen werde, so ein Sprecher.