Gürtelpool
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Politik

Kein Pool mehr am Gürtel

Abkühlung für die Bevölkerung, erhitzte Gemüter in der Politik: Dafür hat der „Gürtelpool“ im Vorjahr gesorgt. Heuer fällt das verkehrsumströmte Planschen beim Westbahnhof aus. Eine Entscheidung über die Zukunft des umstrittenen Projekts gibt es derzeit nicht.

Fix ist laut dem Bezirksvorsteher von Rudolfsheim-Fünfhaus, Gerhard Zatlokal (SPÖ): „Am Gürtel wird der Pool nicht mehr stehen.“ Er bestätigte damit eine Meldung von „Österreich“. Die Auflagen und damit auch die Kosten seien im Vorjahr hoch gewesen. So habe man etwa spezielle Absperrungen errichten müssen, um bei Unfällen geschützt zu sein.

Badende im Pool
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Selbst Monate nach Badeschluss hält Diskussion über Gürtelpool an

Doch Zatlokal wiederholte einmal mehr, dass das Projekt „Gürtelfrische West“, das er im Vorjahr gemeinsam mit dem Nachbarbezirk Neubau umgesetzt hatte, auch positive Seiten hatte: „Der Pool ist von der Bevölkerung angenommen worden.“ Das in der Nähe des Wiener Westbahnhofs auf einer Gürtel-Kreuzung errichtete Freizeitgelände ist von 25.000 Besuchern frequentiert worden. Der dort befindliche kleine Pool wurde 15.000-mal genutzt. Die Anlage war vom 7. August bis Anfang September geöffnet. Zwischenzeitlich wurden die Betriebszeiten des Pools von 20.00 auf 21.00 Uhr ausgeweitet.

Offen, ob Pool noch einmal aufgestellt wird

Bleibt die Frage, ob an einer anderen Stelle Wasser in den Pool eingelassen wird. Solche Spekulationen seien verfrüht, sagte Zatlokal. Es sei nicht geklärt, ob der Pool überhaupt wieder einmal irgendwo aufgestellt wird.

Als politischer Kratzbaum funktionierte der Pool jedenfalls unabhängig vom Aufstellungsort. Er war im Herbst Thema im Wiener Wahlkampf, die Opposition ließ kein gutes Haar an dem Projekt. Und selbst zu Zeiten der Coronavirus-Pandemie sorgt allein das Auftauchen von Comebackgerüchten rund um den Pool wieder für politische Reaktionen: Die ÖVP forderte am Dienstag eine nachhaltige Bäderinfrastruktur für Wien anstelle von kurzfristigen Projekten, die lediglich Steuergeld verschlingen würden.

Streit um mehr Grün beim Westbahnhof

Der Bezirksvorsteher des 15. Bezirks, Gerhard Zatlokal (SPÖ), wünscht sich für das Grätzel rund um den neuen Ikea beim Westbahnhof mehr Grün und weniger Autos. Aber Parteifreundin Ulli Sima habe dafür bisher kein Geld locker gemacht.

Streit um Verkehrsberuhigung bei neuem Ikea

Ein weiteres Verkehrsprojekt in Rudolfsheim-Fünfhaus dürfte sich am Dienstag aufgelöst haben. Rund um den City-Ikea neben dem Westbahnhof dürfte jetzt doch eine Verkehrsberuhigung kommen. Die war ursprünglich zwischen Zatlokal und der früheren Verkehrsstadträtin Birgit Hebein (Grüne) vereinbart worden. Dazu gab es auch eine Befragung der Anrainerinnen und Anrainer.

Hebeins Nachfolgerin Ulli Sima (SPÖ) hatte die Pläne aber vorerst auf Eis gelegt, um dann am Dienstag doch zurückzurudern. Sie werde das Projekt unterstützen, wenn es kleine Änderungen gibt. Davon will der Bezirksvorsteher allerdings nichts wissen.