Testcontainer, Porr, Impfcontainer
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Wien impft

Unternehmen bereit zum Impfen

Größere Wiener Betriebe sollen ab Mai Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter impfen. Tausende Firmen haben sich angemeldet. Nun fehlt nur noch der Impfstoff.

Viele Unternehmen zeigen sich für Impfungen in den Betrieben bereit und warten nur noch auf den Impfstoff. So soll beim Baukonzern Porr im Mai die gesamte Belegschaft geimpft werden. Sobald die Impfdosen da sind, könne es schnell gehen, so Porr-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Strauss gegenüber „Wien heute“: „Wir haben die Zusicherung des Bundes, dass genug Impfstoff kommen wird und wir sind in der Lage, in ungefähr 14 Tagen alle Porrianerinnen und Porrianer in Österreich zu impfen.“

Porr-Standorte in anderen Ländern sind mit der Impforganisation glücklicher. Am serbischen Standort sind bereits alle durchgeimpft, in der rumänischen Niederlassung ist fast die Hälfte immunisiert. „Also man spürt schon, dass manche Länder etwas agiler sind als wir hier in Österreich“, kritisierte Strauss.

Betriebe bereiten Impfungen vor

Derzeit sind Impfstoffe knapp und das Impfen geht seit Monaten nur schleichend voran. Irgendwann werden aber genug Impfstoffe verfügbar sein, und dann kommt es auf die schnelle Logistik an: Deshalb soll auch direkt in Unternehmen geimpft werden.

Anmeldungen von 10.000 Firmen

Rund 10.000 Unternehmen haben sich bei der Wirtschaftskammer Wien zur Betriebsimpfung angemeldet. Laut Informationen aus dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) zahlt sich das aufgrund des logistischen Aufwands erst ab 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus. Dieses Kriterium erfüllen nur einige hundert der Bewerber. Welche Unternehmen letztlich impfen dürfen wird auf Landesebene entschieden.

Beim Impfen hängt auch der Telekom-Anbieter Magenta noch in der Warteschleife. Impfungen im eigenen Haus seien für das Unternehmen nichts Neues. „Wir haben ganz gute Erfahrungen mit der Grippeimpfung. Das ist für uns so wie für viele Betriebe ein schon gelernter Prozess. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen, wie sie sich dafür anmelden und dass das in der Firma stattfindet“, sagte Magenta-Sprecher Peter Schiefer. Sollte nicht genug Impfstoff für die gesamte Belegschaft da sein, werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit viel Kundenkontakt vorgezogen.

Für die Abwicklung der Impfung wird Magenta auf externe Dienstleister zurückgreifen. „Wir haben einen Gesundheitsdienstleister, der uns jetzt schon bei der Teststraße unterstützt. Der wird uns dann bei der Terminlogistik und der Abwicklung der Impfung zur Seite stehen“, so Schiefer.

ÖBB warten nicht auf Impfung durch Bundesländer

Zügig impfen wollen auch die ÖBB. Wegen des bundesweiten Einsatzes der ÖBB-Mitarbeiter will man sich nicht auf die Impfprogramme der einzelnen Bundesländer verlassen. „Es kommt sonst zu einer Durchmischung von Personal, das geimpft ist, und Personal, das nicht geimpft ist. Es ist für uns leichter, die Impfungen in der gesamten Prozesskette selbst zu organisieren“, sagte ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Matthä.

Die ÖBB wollen an 14 Standorten impfen, sechs davon sind in Wien. Für die Durchführung brauche das Unternehmen etwa drei Wochen Vorlaufzeit. Matthä erhofft sich von der Immunisierung, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ÖBB ihr Leben wieder „in vollen Zügen“ genießen können.

Ausgewählte Unternehmen sollen als Teil der breiten Bevölkerung unter 65 Jahren in Phase drei des nationalen Impfplans durchgeimpft werden. Diese Phase soll im Mai beginnen. Laut dem Plan können Betriebe, die aufgrund logistischer Ressourcen schnell viele Menschen auf einmal immunisieren können, priorisiert werden.