Die Lufthansa-Tochter AUA hat wegen der Coronavirus-Situation ihren Linienflugbetrieb eingestellt.
APA/Helmut Fohringer
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Wirtschaft

Keine Genehmigung für AUA-Flug nach Moskau

Die AUA hat einen für Donnerstagvormittag geplanten Linienflug von Wien nach Moskau absagen müssen. Grund ist, dass die AUA die Flugroute ändern wollte, um Weißrussland zu umfliegen. Das genehmigten die russischen Behörden jedoch nicht.

„Eine Änderung von Flugrouten muss behördlich genehmigt werden. Die russischen Behörden haben uns diese Genehmigung nicht erteilt“, erklärte eine Sprecherin von Austrian Airlines am Donnerstag gegenüber der APA. Daher musste der Linienflug OS601 gestrichen werden. Gleichzeitig konnte sie keine Angaben darüber machen, ob auch weitere geplante AUA-Flüge mit dem gleichen Problem konfrontiert sein könnten.

Eine für Donnerstag geplante Cargo-Verbindung aus Wien in das chinesische Nanjing musste laut AUA jedenfalls aus den gleichen Gründen wie OS601 gecancelt werden. Laut dem Informationsdienst Flightradar fällt deshalb am Freitag auch der Linienflug OS6030 von Nanjing nach Wien aus.

Außenministerium: „Nicht nachvollziehbar“

Im für Zivilluftfahrt zuständigen Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) sei man über die Situation informiert, bestätigte ein Ministeriumssprecher. Seitens des Außenministeriums hieß es auf APA-Anfrage: „Die russische Reaktion ist für uns absolut nicht nachvollziehbar.“ Das sei am Donnerstag dem russischen Botschafter kommuniziert worden, bestätigte auch Außenminister Alexander Schallenberg in einem APA-Telefonat. Der österreichische Botschafter in Moskau habe diese Position auch gegenüber Russland dargelegt.

„Die Aufforderung des Europäischen Rats an alle Fluggesellschaften mit Sitz in der EU, Flüge über Belarus zu vermeiden, war eine Reaktion auf den beispiellosen Akt der brutalen Luftpiraterie vom vergangenen Wochenende. Hier es ging es um legitime Sicherheitsbedenken der EU“, hieß es in der Stellungnahme des Außenministeriums weiter. Russland wurde dringend aufgefordert, „hier für eine Klarstellung zu sorgen und den freien Luftverkehr zwischen Russland und Europa nicht künstlich zu behindern.“

Fluglinien meiden Luftraum über Weißrussland

Noch am Montag hatte ein AUA-Flug nach Moskau und retour nach Wien problemlos Weißrussland (Belarus) umfliegen können, dafür waren auch die nötigen Bewilligungen erteilt worden. Am Mittwoch und auch am Donnerstag wurden jedoch Air-France-Flüge von Paris nach Moskau gecancelt, nachdem keine russische Genehmigung erteilt worden war.

Als Reaktion auf die Zwangslandung eines Ryanair-Flugs aus Athen nach Vilnius in Minsk hatte die EU Einschränkungen für den zivilen Flugverkehr verkündet. Die EU-Agentur für Luftsicherheit EASA empfiehlt derzeit, Weißrussland zu umfliegen. Die Fluggesellschaften mieden seit Montag den weißrussischen Luftraum. Auch vonseiten der AUA hieß es, der weißrussische Luftraum werde „bis auf Weiteres“ umflogen und Minsk derzeit nicht angeflogen.

Oppositioneller Blogger verhaftet

Die Behörden des autoritär geführten Landes hatten am Sonntag das Ryanair-Flugzeug mit Hilfe eines Kampfjets zur Landung in Minsk gezwungen – angeblich wegen einer islamistischen Bombendrohung der im Gazastreifen herrschenden Hamas. Ein Hamas-Sprecher wies das jedoch als „absurd“ zurück. Ziel der Aktion war offensichtlich, den regierungskritischen Blogger Roman Protassewitsch, der sich an Bord der Maschine befand, festzunehmen.