Patientenanwältin Sigrid Pilz
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Coronavirus

Pilz fordert Impfpflicht für Lehrkräfte

Eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wird europaweit zunehmend Thema. Auch die Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz fordert eine Impfpflicht für pädagogisches Personal in Kindergärten und Schulen. Die Lehrergewerkschaft lehnt das aber ab.

Laut Stadt Wien gab es bisher 1.144 positive CoV-Fälle unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der städtischen Kindergärten. Ab Herbst benötigen neu aufgenommene Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen einen Impfnachweis. Doch jetzt forderte die Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz im „Kurier“ eine Impfpflicht auch für bereits angestelltes pädagogisches Personal in den Kindergärten und auch in den Schulen.

„Die Betreuerinnen und Betreuer im Kindergarten und die Lehrerinnen und Lehrer in der Schule arbeiten mit Kindern, die Großteils nicht geimpft sind, die sich nicht selber schützen können. Wir müssen das Ansteckungsrisiko hintanhalten. Auch Kinder können schwer erkranken, können an Long-Covid leiden. Es ist die Pflicht des Trägers der Kindergärten und der Schulerhalter, dass die Betreuungskräfte nicht anstecken“, sagte Pilz gegenüber „Wien heute“.

Pilz fordert Impfpflicht für Lehrkräfte

Eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wird europaweit zunehmend Thema. Auch die Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz fordert eine Impfpflicht für pädagogisches Personal in Kindergärten und Schulen. Die Lehrergewerkschaft lehnt das aber ab.

Bildungsstadtrat: „Einige ungelöste rechtliche Fragen“

Dass ab Herbst neu aufgenommene Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen einen Impfnachweis brauchen hatte Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) in angekündigt. Der Forderung der Patientenanwältin für das gesamte pädagogische Personal im Kindergarten und auch an den Schulen eine Impfpflicht einzuführen, zeigt man sich im Büro von Wiederkehr skeptisch.

„Eine generelle Impfpflicht des bestehenden Personals im Bildungsbereich wirft derzeit noch einige ungelöste rechtliche und gesundheitspolitische Fragen auf. Zudem liegt das Dienstrecht bei Lehrerinnen und Lehrern ausschließlich auf Bundesebene“, hieß es in einer Schriftlichen Stellungnahme gegenüber „Wien heute“.

Gewerkschafter: „Ich denke, das ist nicht durchführbar“

Wie viele sich von den bestehenden Lehrerinnen und Lehrern in Wien bereits impfen haben lassen, ist nicht erhoben worden. Schätzungen gehen von 70 bis 80 Prozent aus. Der oberste Wiener Pflichtschullehrer-Personalvertreter Thomas Krebs (FCG) lehnt eine Impfpflicht jedenfalls ab. „Ich denke, das ist nicht durchführbar, das ist auch gesetzlich schwer durchführbar. Und es sitz meiner Ansicht nach kontraproduktiv“, sagte Krebs.

Für Pilz ist das aber kein Argument. „Laut UN-Konvention müssen Kinder vor übertragbaren Erkrankungen bestmöglich geschützt werden. Was liegt da näher als dass man dafür sorgt, dass das Betreuungspersonal keine Krankheit überträgt“, sagte die Wiener Patientenanwältin. Sie hofft auch auf eine baldige Impfmöglichkeit auch für Kinder, wie sie sagt.