Eine Friseurin beim Haarefärben
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Coronavirus

Verwirrung um Maskenpflicht für Friseure

Seit Donnerstag tragen Wiens Friseurinnen und Friseure wieder Mund-Nasen-Schutz. Grund dafür soll eine Sonderregel für körpernahe Dienstleister sein. Die Aufregung in der Branche ist groß, allerdings gibt es laut Stadt Wien diese Regel gar nicht.

Am Donnerstag informiert die Friseurinnung der Wirtschaftskammer ihre rund 1.600 Mitglieder per Mail: Laut Juristen bestehe wieder Maskenpflicht für die Friseure. Das liest die Innung aus einem Absatz der neuen Wiener Covid-19-Öffnungsbegleitverordnung heraus. Die Aufregung in der Branche ist groß: „Alle unsere geimpften Mitarbeiter, so auch ich, gehen weiterhin regelmäßig testen. Und jetzt tragen wir zusätzlich eine Maske. Die Kunden müssen das aber nicht, das muss mir wer erklären“, ärgert sich Hannes Steinmetz, Geschäftsführer des Steinmetz-Bundy Privatsalons im „Wien heute“-Interview.

Auch bei der Innung ist das Unverständnis groß: „Die Friseure sind sehr ungehalten über die neue Regelung. In der Branche herrscht Unverständnis, großer Unmut und Widerstand. Die Friseure müssen die Maske acht bis neun Stunden am Tag tragen und sind ohnehin getestet. Ich werde mit Beschwerdeanrufen überschüttet", sagte der Wiener Friseur-Innungsmeister Marcus Eisinger.

Ein Friseur beim Föhnen
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Laut Auslegung der Innung müssen Friseure seit Donnerstag wieder Maske tragen, Kundinnen jedoch nicht

Stadt Wien weiß von dieser Regel nichts

Auf ORF-Anfrage im Büro des zuständigen Gesundheitsstadtrats Peter Hacker von der SPÖ legt man die Verordnung anders aus. „Durch die Öffnungsbegleitverordnung des Landes Wiens hat sich für körpernahe DienstleisterInnen nichts geändert“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Das bedeutet, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die „3G“ nachweisen können, benötigen sie keine Maske. Ansonsten müssen sie eine FFP2-Maske tragen.

Verwirrung um Maskenpflicht für Friseure

Seit Donnerstag tragen Wiens Frisöre wieder Mund-Nasen-Schutz. Grund dafür soll eine Sonderregel für körpernahe Dienstleister sein. Die Aufregung in der Branche ist groß, allerdings gibt es laut Stadt Wien diese Regel gar nicht.

Für die Friseurinnung kommt das überraschend: „Ich würde mir einfach wünschen, dass in dem Wirrwarr an Verordnungen, das da mittlerweile herrscht, vielleicht die eine oder andere sinngebende Erklärung hinzugefügt wird“, so Innungsmeister Eisinger. Letztlich gilt wohl die Auslegung der Stadt. Die Innung will nun ihre Mitglieder erneut anschreiben.